Stadtwerke erwirken einstweilige Verfügung gegen Gesellschafterbeschluss

SBE: Uelzen blockiert Verkauf

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Wie berichtet, sind die Stadtwerke Uelzen mit 25 Prozent an der SBE beteiligt, die Landwirtschaftsprojekte in der Ukraine betreibt, während die Stadtwerke Schwäbisch Hall mit 75 Prozent Mehrheitsgesellschafter sind.

Uelzen/Schwäbisch Hall. Die Stadtwerke Uelzen haben den geplanten Verkauf aller Ukraine-Geschäfte der Sustainable Bio Energy (SBE) Holding GmbH durch eine einstweilige Verfügung vom 8. Oktober vor dem Landgericht Heilbronn vorläufig gestoppt.

Der Verkauf war zuvor in einer außerordentlichen Gesellschafterversammlung am 30. September mehrheitlich beschlossen worden. Darüber informierten die Stadtwerke Schwäbisch Hall gestern im Rahmen einer Pressekonferenz.

Wie berichtet, sind die Stadtwerke Uelzen mit 25 Prozent an der SBE beteiligt, die Landwirtschaftsprojekte in der Ukraine betreibt, während die Stadtwerke Schwäbisch Hall mit 75 Prozent Mehrheitsgesellschafter sind. Mit der einstweiligen Verfügung gerate „ein erfolgreicher Abschluss des langwierigen Verkaufsprozesses zur Abwicklung des gemeinsamen Ukraine-Projekts der Stadtwerke Schwäbisch Hall GmbH und Stadtwerke Uelzen GmbH in Gefahr“, bedauert Johannes van Bergen, Geschäftsführer der Haller Stadtwerke, den Schritt der Uelzener. Otto Lukat, Uelzens Bürgermeister und Aufsichtsratschef der Stadtwerke, sah in dem Vertragsentwurf allerdings „wesentliche wertbestimmende Aspekte“ nicht berücksichtigt.

Dabei versuche man bereits seit einem Jahr, die SBE mit ihren vier Tochtergesellschaften zu veräußern, sagt Johannes van Bergen. Wie mehrfach berichtet, hatte die Gesellschaft unter anderem wegen Managementfehlern Verluste eingefahren.

Nachdem die Ernte 2012 laut van Bergen mit einem Umsatz von 5,8 Millionen Euro „zufriedenstellend“ gelaufen sei, habe man für dieses Jahr zu befürchten, dass wegen einer schwachen Weizenernte der Umsatz nur bei etwa 5,1 Millionen Euro liegen werde. Wegen dieser schwachen Ernte und der nötigen Optimierung des Landwirtschaftsbetriebs in der Ukraine mit mehr Kapitalaufwand hätten beide Gesellschafter bereits Ende 2011 „gemeinsam vereinbart, neben einer Fortführung der Aktivitäten auch die Option eines Joint-Venture beziehungsweise den Verkauf der SBE und ihrer ukrainischen Tochtergesellschaften zu verfolgen“, berichtet Johannes van Bergen. Jetzt, da man einen Kaufinteressenten gefunden habe, sei die „Blockadehaltung“ der Uelzener umso unverständlicher, sagt er.

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