Stadtwerke: Strompreis klettert

Die Strompreise der Stadtwerke klettern gleich zwei Mal in diesem Jahr – Verbraucher sollten die Konditionen der Anbieter deshalb genau vergleichen.

Uelzen - Von Thomas Mitzlaff. Die Stadtwerke Uelzen drehen beim Strom zum zweiten Mal in diesem Jahr an der Preisspirale: Ab 1. Oktober steigt der Preis im Basistarif pro Kilowattstunde von 21,15 auf 21,65 Cent. Damit sind die Stadtwerke ab Herbst deutlich teurer als der örtliche Konkurrenten SVO Energie, dessen Preis unverändert bei 21,11 Cent pro Kilowattstunde liegt. Außerdem hat die SVO mit 59,40 Euro den deutlich günstigeren Jahres-Grundpreis als die Stadtwerke, die bei 72 Euro liegen.

„Für 2010 konnten wir Strom zu guten Konditionen einkaufen und deshalb trotz der gesetzlichen EEG-Umlage (Erneuerbare Energien) unsere Strompreise für das komplette Jahr 2010 konstant halten“, erklärte SVO Energie-Sprecher Ralf Horst. 2011 werde es allerdings noch eine stärkere Erhöhung der EEG-Umlage geben, „das wird sich auf unsere Preiskonditionen in 2011 dann auswirken“.

Die Stadtwerke Uelzen hatten erst zum 1. Januar 2010 ihren Strompreis im Basistarif von 20,00 Cent auf 21,15 Cent erhöht. Vor der anstehenden Preiserhöhung rangieren die Stadtwerke Uelzen mit dem Basistarif im Verbraucherportal Verivox mit einem Gesamt-Jahrespreis von 918 Euro (ab 1. Oktober: 938 Euro) auf Platz 32 von 110 Anbietern. Die SVO ist mit 886 Euro auf Rang 15 zu finden, günstigster Anbieter für Uelzener Stromkunden ist die Energieversorgung Schwerin, bei der man 847 Euro bezahlt – zu Grunde gelegt wurde jeweils ein Jahresverbrauch von 4000 Kilowattstunden, den eine drei- bis vierköpfige Familie durchschnittlich hat.

Begründet werden höhere Strompreise bei den Anbietern fast immer mit höheren Strombezugskosten und vor allem dem teuren Ökostrom. Doch das ist nur eine Seite der Strompreisentwicklung. Der schärfer werdende Wettbewerb hat nämlich das Preisgefüge in der Branche ordentlich durcheinander gewirbelt. Die Bundesnetzagentur, die seit einigen Jahren die Netzdurchleitung reguliert, hat zudem dafür gesorgt, dass der Wettbewerb durch einen fairen Netzzugang angeschoben wurde. Und so gibt es neben den Unternehmen, die die Preise erhöhen, auch andere Betreiber, die nach unten anpassen.

Während früher die Versorger fast durchweg im Gleichschritt marschierten, sei der Strommarkt inzwischen uneinheitlich geworden, erklärt Thorsten Storck von verivox. Und das zum Vorteil der Verbraucher: „Die Preisspannen werden größer, die Zahl der Anbieter steigt und der Wettbewerb wird stärker“, erläuterte der Energieexperte gegenüber dpa. Das eröffnet den Verbrauchern neue Möglichkeiten, durch einen Anbieterwechsel die Haushaltskasse zu schonen.

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