Stadtwerke: Strom aus Solarkraftwerk

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Uelzen-Holdenstedt. Markus Schümann ist zum Ortstermin bestens vorbereitet. Der Geschäftsführer der Stadtwerke Uelzen hat passend zu Wetter und Untergrund Gummistiefel angezogen.

Prasselnder Regen und großflächige Pfützen haben das riesige Areal in Holdenstedt fast in eine Seenplatte verwandelt. Doch inmitten des weitläufigen Geländes thront eine beeindruckende moderne Techniklandschaft: In nur sieben Wochen Bauzeit haben die Stadtwerke Uelzen ein 28 000 Quadratmeter großes Solarkraftwerk errichtet.

„Damit gehören wir sicherlich zu den am schnellsten gebauten Kraftwerken in Deutschland“, freuen sich Schümann und seine Mitstreiter. Umgerechnet 400 Haushalte profitieren von der regenerativ erzeugten Energie, die durch die 7200 installierten Module aus der Kraft der Sonne gewonnen werden. Drei Millionen Euro haben die Stadtwerke in die Anlage investiert, die eine Spitzenleistung von 1764 KWp (Kilowatt-Peak) aufweist und im Jahr rund 1,6 Millionen Kilowattstunden Strom erzeugt.

Fakten und Zahlen, die auch Bürgermeister und Stadtwerke-Aufsichtsratschef Otto Lukat frohlocken lassen: „Die schnelle Errichtung der Anlage war nur durch das gute Zusammenspiel aller Beteiligten möglich und ist ein wichtiger Mosaikstein innerhalb einer zeitgemäßen Energiepolitik.“ Einen Aspekt, den auch Markus Schümann betont: „Wir sind mit dem Solarkraftwerk der Vision, die Stadt Uelzen gemeinsam mit ihren Bürgern in 15 Jahren autark aus regenerativen Quellen zu versorgen, ein Stück näher gekommen.“ Als kommunales Unternehmen hätten die Stadtwerke bereits vor Jahren die Weichen für eine regenerative Energieversorgung gestellt. So seien es die hiesigen Stadtwerke gewesen, die als erstes Energieversorgungsunternehmen in Niedersachsen ihre Haushaltskunden mit Ökostrom versorgt hätten. Der Stadtwerke-Geschäftsführer weiter: „Auch die Beteiligung am Offshore-Projekt ,Borkum-West’ leistet einen wesentlichen Beitrag zur Umsetzung der Energiewende.“

Um die teure und mit modernster Technik ausgestattete Anlage am Rande Holdenstedts vor ungebetenen Gästen zu schützen, haben die Betreiber einen ebenso großen wie stabilen Zaun um das Areal gezogen. Damit nicht genug der Sicherheitsvorkehrungen: Das Solarkraftwerk wird regelmäßig bewacht – durch Mensch und Technik.

Nach Auskunft der Verantwortlichen dürfte die Anlage aufgrund des hiesigen Klimas rund 30 Jahre durchhalten. Vorausgesetzt, Sonne und Wärme heizen den Solarzellen ordentlich ein. Dass sich just bei der Begehung des Geländes durch die Mitglieder des Stadtwerke-Aufsichtsrates gestern Vormittag die Sonne durch die Regenwolken kämpfte, dürfte als gutes Omen für alle Beteiligten gewertet werden.

Von Andreas Becker

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