Stadtratsgruppe fordert Aufhebung von Markus Schümanns Geschäftsführung

Stadtwerke-Chef im Fokus

Die Tätigkeit von Markus Schümann im Zusammenhang mit einem Palmöl-Geschäft sowie Millionen-Investitionen in das Ukraine-Geschäft und das Trianel-Windpark-Projekt in Frage stellt.

Uelzen. Über die Geschäftsführung der Stadtwerke Uelzen wird derzeit in den Stadtratsfraktionen diskutiert. Die Initiative dazu geht von der Ratsgruppe WIR für Uelzen, Piraten und Bündnis 21/RRP aus, die die Tätigkeit von Markus Schümann im Zusammenhang mit einem Palmöl-Geschäft sowie Millionen-Investitionen in das Ukraine-Geschäft und das Trianel-Windpark-Projekt in Frage stellt.

Die Stadtwerke haben wie berichtet selbst eingeräumt, dass ihnen beim Palmöl-Geschäft Gewinne entgangen seien.

Die Gruppe hat beantragt, dass der Stadtrat eine Empfehlung an den Aufsichtsrat der Stadtwerke ausspricht, mit Schümann einen Aufhebungsvertrag über sein Beschäftigungsverhältnis abzuschließen. Zunächst ist das Thema zur Diskussion in die einzelnen Fraktionen verwiesen worden, am kommenden Montag steht der Antrag auf der Tagesordnung des Verwaltungsausschusses der Stadt.

„Auch wenn die Bilanzen der letzten Jahre Gewinne ausweisen, so ist die Summe der geschäftlichen Misserfolge der Geschäftsführung der Stadtwerke beträchtlich“, erklärt der Gruppenvorsitzende Burkhard Schorling. Das Palmöl-Geschäft mit der NEED GmbH & Co. KG, später NEED AG, bei dem den Stadtwerken vor vier Jahren ein Gewinn in Höhe von rund 800 000 Euro entging, nimmt die Gruppe zum Anlass für ihren Antrag. Es sei nicht Aufgabe der Geschäftsleitung eines regionalen Energieversorgers, sich an „hoch riskanten Warentermingeschäften“ zu beteiligen. Auch das Ukraine-Geschäft der Stadtwerke-Tochter SBE wertet die Gruppe als Misserfolg, bei einer Investitionssumme von rund fünf Millionen Euro. Hinzu komme eine Summe von rund drei Millionen Euro für die Beteiligung am Trianel-Windpark vor Borkum. „Durch eine umsichtige und verantwortungsvollere Geschäftsführung hätte es aus unserer Sicht günstigere Energiepreise für den Verbraucher geben können“, so Schorling. Zudem hätte die Gewinnausschüttung an die Stadt als Gesellschafterin höher ausfallen und dies zu einem geringeren Anstieg einer Neuverschuldung führen können, argumentiert er.

Schümann selbst zeigt sich überrascht über den Antrag. „Wir sind verwundert, auch wegen der wirtschaftlichen Stabilität des Unternehmens“, erklärt er auf AZ-Nachfrage. An den Jahresüberschüssen und den Ausschüttungen an die Stadt Uelzen sei zu erkennen, dass der örtliche Energieversorger die Erwartungshaltung erfüllt habe. Schümann leitet seit 2003 die Geschäfte der Stadtwerke, das Arbeitsverhältnis ist unbefristet. Die Stadt Uelzen hat nach AZ-Informationen unterdessen eine Sitzungsvorlage vorbereitet, für den Fall, dass das Thema am 10. Dezember im Stadtrat behandelt wird. „Es ist festzustellen, dass der Rat der Stadt Uelzen nicht für einen solchen Beschluss zuständig ist“, heißt es in dem Papier. Für die beantragte Empfehlung wäre vielmehr der nicht-öffentliche Verwaltungsausschuss zuständig. Die Stadt schlägt den Ratsmitgliedern vor, sich nicht mit dem Antrag zu befassen.

Von Diane Baatani

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