Rat: Neuerliche Konzession an unternehmerische Tochter / Vorstoß aus Kirch-/Westerweyhe erfolglos

Stadtwerke bleiben Wasserlieferant

+
Die Wasserversorgung bleibt in öffentlicher Hand – und das ist laut Jürgen Markwardt das „allerwichtigste“. Der Stadtrat stimmte jetzt für eine neuerliche Konzession für 20 Jahre an die Stadtwerke, die auch die Stadtbusse und das Schwimmbad finanzieren.

Uelzen. Karl-Heinz Günther sah bei der Stadtratssitzung am Montagabend eine historische Möglichkeit: Nur jetzt habe man in Sachen Konzessionsvertrag mit den Stadtwerken die Chance, bei der Wasserversorgung etwas zu ändern.

Zur Erklärung: CDU-Mann Günther ist Ortsbürgermeister von Kirchweyhe und Westerweyhe und „der Wasserpreis teilt die Ortschaften, die ansonsten eng miteinander verbunden sind“, wie er ausführte.

Grund ist, dass es historisch gewachsen seit 1976 zwei unterschiedliche Wasserversorger in Uelzen gibt: Den Wasserversorgungs-Zweckverband Landkreis Uelzen (WVU) sowie eben die Stadtwerke, die 1976 und ‘96 jeweils für 20 Jahre die Konzession zur Versorgung des weitaus größeren Teils des Stadtgebietes mit Wasser bekamen. 2016 also, genauer: In der montäglichen Ratssitzung, sollte über die neuerliche Konzessionsvergabe entschieden werden und Günther versuchte in dem vorgelagerten Tagesordnungspunkt, das Interesse der von ihm vertreten Bürger durchzusetzten – um nichts weniger, als eine „soziale Ungerechtigkeit“ zu beseitigen ging es ihm.

Während Rolf Tischer (Piraten) Karl-Heinz Günther mit der Aussage, von den Stadtwerken käme „teures Wasser und teurer Strom“ bezüglich dessen Aussage zur negativen Preisentwicklung des Stadtwerke-Wassers unterstützte, ergriff spontan auch Karl-Heinz Schmäschke (Grüne) das Wort – obwohl er, wie er betonte, zur Sache eigentlich nichts hatte sagen wollen. In der Stadt, so Schmäschke, gebe es noch „ganz andere Ungerechtigkeiten“.

An dieser Stelle ergriff dann auch Bürgermeister Jürgen Markwardt das Wort. Zu der gefühlten Ungerechtigkeit war es Markwardt wichtig zu betonen, dass der Stadtwerke-Preis in Uelzen die Regel sei, die Versorgung durch den WVU die Ausnahme. Er stellte auch heraus, dass es sich bei dem Unternehmen um eine Tochter der Stadt handele, dass Ratsmitglieder im Aufsichtsrat säßen und dass man auch als Gemeinschaft vom unternehmerischen Erfolg des Versorgers profitiere. Wörtlich sagte er: „Wir wollen die Konzessionsabgabe, wollen einen Gewinn der Stadtwerke.“

Das allerwichtigste, so Markwardt, sei, dass nach der Ausschreibung für die Konzession, für die sich letztlich nur die Stadtwerke bewarben, die Wasserversorgung in öffentlicher Hand bleibe und „dass wir keinen liberalisierten Wassermarkt haben“.

„Bei den Emotionen“, ergänzte Markwardt in Richtung Günther, „bin ich bei Ihnen“. In der Sache habe das aber so alles seine Ordnung.

Der Rat traf letztlich mit klarer Mehrheit die Entscheidung für eine neuerliche Konzessionsvergabe an die Stadtwerke Uelzen, die nun auch in den nächsten 20 Jahren die Stadt mit Wasser versorgen werden – zumindest den größten Teil von ihr.

Von Steffen Kahl

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare