Millionenschwere Investition nötig / Stadt Uelzen erarbeitet Konzept

Stadthalle auf dem Prüfstand

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Uelzen. Die Stadthalle muss grundlegend saniert werden, doch die Kosten in Höhe von drei bis fünf Millionen Euro kann die Stadt Uelzen kaum tragen. Ein langfristiges Konzept für die Halle wird derzeit erarbeitet, sagt Pressesprecherin Ute Krüger.

„Es steht noch nicht fest, ob tatsächlich drei Millionen Euro für die Sanierung eingesetzt werden. “ Da der Haushalt der Stadt keine Ausgaben dieser Größenordnung zulässt, wird die Zukunft der Halle diskutiert.

„Ich bin der Meinung, wir brauchen einen entsprechenden Veranstaltungsort“, sagt Karl-Heinz Schmäschke, Vorsitzender des Aufsichtsrates der Stadthallen GmbH und Stadtratsmitglied der Grünen. „Das sind Dinge, die auf der politischen Ebene entschieden werden müssen, auch in Hinsicht auf den Zukunftsvertrag.“ Derzeit würden sämtliche Alternativen diskutiert – Teilsanierung, Sanierung, Abriss oder gar der Neubau einer Mehrzweckhalle an einem anderen Standort – „alles ist denkbar“, so Schmäschke. Doch rentieren könne sich das Geschäft wohl kaum: „Im Prinzip ist es so, dass es unabhängig von der Sanierung immer noch eine Form von Zuschussgeschäft bleiben wird.“

Die Stadthallen GmbH verwende zurzeit städtische Mittel in Höhe von 150 000 Euro jährlich und das sehe auch die mittelfristige Planung vor, so Krüger. Das Geld werde für die laufenden Kosten benötigt, berichtet Pächter Andreas Holleman. Doch die Wärmedämmung in der Stadthalle sei auf dem Stand von 1980. Er versuche, die Stadthalle zu vermarkten, auch wenn es „im Winter ein bisschen kalt ist aufgrund der fehlenden Dämmung“.

Zur Zielgruppe gehören Kegler und Schießsportler, argumentiert die Stadt für die Verwendung der Gelder. Rund 20 000 Personen würden Kegelbahn und Schießanlage sowie den Restaurantbereich nutzen. „Das Vereinsleben stirbt ein bisschen aus“, weiß jedoch Holleman, dessen Pachtvertrag bis zum 31. Dezember 2014 läuft. Freizeitkegler blieben aus. „Da muss man versuchen, andere Töpfe aufzumachen und das gelingt uns ganz gut. Unser Kerngeschäft ist hauptsächlich das Tagungskonzept.“

Der große Saal der Stadthalle wird von rund 60 000 Gästen jährlich besucht, teilt Bernd Hinz von der Stadt Uelzen mit. Die Bahn und die Telekom seien die größten Kunden, da sie dort mit jeweils rund 600 Mitarbeitern aus Hannover und Hamburg Seminare veranstalteten. Abi-Partys hingegen würden sich finanziell nicht mehr lohnen. „Die Stadt hat ihr Interesse bekundet und gefragt, ob ich nicht noch ein paar Jährchen weitermachen will“, so Holleman, der seit knapp 19 Jahren für die Stadthalle tätig ist. Ihm mache die Arbeit zwar Spaß, aber ob er die Rente weiter hinauszögern möchte, habe er noch nicht entschieden.

Von Diane Baatani

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