Rat fasst Beschluss für erweitertes Liniennetz ab 2020 / Rufbusse für kleine Orte nicht ausgeschlossen

Weg für Stadtbusverkehr ist frei

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Mit seinem Beschluss hat der Rat der Hansestadt Uelzen jetzt den Weg für das neue Stadtbus-Liniennetz ab 2020 freigemacht. Ein wichtiger Aspekt ist dabei, dass Pendler abends mit dem Bus wieder zurück in die Ortsteile kommen.

Uelzen/Landkreis. Der erweiterte Stadtbusverkehr kommt ins Rollen. Ab dem 1. Januar 2020 will Uelzen sein Liniennetz ausbauen, statt der bisherigen vier Linien wird es dann sechs geben, um vor allem die Ortsteile besser an die Kernstadt anzubinden.

Der Rat der Hansestadt Uelzen fällte nun mehrheitlich den Beschluss für das neue Liniennetz in den darauf folgenden zehn Jahren – mit ein paar Änderungen, die in den einzelnen Ortsräten angeregt wurden. Damit bleiben die mycity Stadtwerke bis 2030 Betreiber.

Klaus Knust

„Nach fünf Jahren ist es möglich, dass wir das Liniennetz verändern oder gegebenenfalls erweitern“, betont SPD-Fraktionschef Klaus Knust. Seine Partei war es, die mit einem Antrag im September letzten Jahres das neue Liniennetz auf den Weg gebracht hat. „Wir wollten mehr Menschen an den Busverkehr anbinden und weniger Autos auf den Straßen“, erklärt der SPD-Vorsitzende. Ein wichtiger Schritt sei dabei auch der geplante Einheitstarif im Sinne einer gerechten Fahrpreisgestaltung.

Das geplante Liniennetz entspricht laut Knust zwar nicht dem, was sich die SPD in ihrem Antrag gewünscht hat, weil noch immer einige Ortsteile vom ÖPNV ausgeschlossen sind, „aber es ist ein Kompromiss zwischen Wunsch und Machbarkeit“.

Hans-Jürgen Heuer

Der Vorsitzende der CDU-Fraktion, Hans-Jürgen Heuer, sagt: „Es besteht trotzdem die Möglichkeit, die kleineren Ortschaften, die nicht an den ÖPNV angeschlossen werden, über ein Rufbussystem anzubinden.“

Karl-Heinz Schmäschke

Und auch Karl-Heinz Schmäschke (Bündnis90/Die Grünen), betont: „Das ist jetzt erst einmal der Beschluss, um die Frist zu wahren. Es ist noch nichts in Beton gegossen.“ Das neue Liniennetz stelle eine Verkehrswende hin zu weniger Parkplätzen und einer besseren Umwelt dar. „Kaum eine Stadt in unserer Größenordnung hat so ein dichtes Busnetz.“

Susanne Niebuhr

Eine Sache war Susanne Niebuhr noch wichtig: „Es sollte einen Sozialtarif für Menschen mit geringem Einkommen und Hartz-V-Empfänger geben.“

Klaus Knust sprach am Ende aus, worin sich alle Fraktionen einig sind: „Das ist ein großes Stück hin zu einer noch familienfreundlicheren Stadt.“

Dem Ortsrat Holdenstedt war es wichtig, dass auch Pendler den öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV) nutzen können. Dafür müssen die Linien mindestens bis 20 Uhr und direkt vom Bahnhof in die Ortsteile fahren. So könnten auch Bürger aus den Ortsteilen morgens mit öffentlichen Verkehrsmitteln zum Bahnhof kommen, um in den Zug nach Hamburg oder Hannover zu steigen – und abends wieder mit dem Bus zurückkommen.

Ein Wunsch war es auch, das sechsteilige Liniennetz erst nach fünf Jahren auszuwerten und dann gegebenenfalls zu verändern. Während beispielsweise der Ortsrat Kirch- und Westerweyhe dafür war, die einzelnen Linien bereits nach drei Jahren zu evaluieren, befand die Mehrheit der Ortsräte, dass dieser Zeitraum zu kurz ist.

„Die Leute brauchen Zeit, um sich an das neue Busangebot zu gewöhnen“, erklärte Susanne Niebuhr (Wir für Uelzen) im Kulturausschuss. Manch einer entscheide sich vielleicht erst nach ein paar Jahren, den Bus zu nutzen, anstatt sich ein neues Auto zu kaufen.

Von Sandra Hackenberg

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