Viele Strahler an der Stadtmauer sind defekt / Rost und Schwitzwasser „knipsen“ Leuchten aus

Stadtbeleuchtung auf Sparflamme

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Viele leuchtende Lichter sind an den Resten der Uelzener Stadtmauer an der Turmstraße nicht mehr zu entdecken: Streusalz und Wasser haben für zahlreiche Kurzschlüsse gesorgt.

Uelzen. Aus dem „Triumph des weichen Lichts“ des Hamburger Lichtkünstlers Michael Batz ist in den vergangenen zwölf Jahren der „Triumph des hartnäckigen Rosts“ geworden.

Der hat die vor allem an den Fragmenten der Stadtmauer vielen Leuchtkörper zerfressen, sodass Wasser eindringen konnte, das die Lampen „ausknipste“. Jetzt will die Stadt die Illumination nur noch auf Sparflamme strahlen lassen. Es soll nur noch jeder zweite oder dritte Strahler leuchten. Der Rest der gut 100 Lampen wird demnächst passgenau mit Metallplatten abgedeckt. Das kündigte am Mittwoch Karin Feldmann, Fachbereichsleiterin für Schulen, Jugend, Sport, Jugend und Kultur, im Ausschuss für Sport und Kultur an.

Schwitzwasser in einem Strahler an der Turmstraße.

Rückblende: 2004 sicherte sich die Stadt Uelzen die Dienste von Michael Batz. Neben vielen Beleuchtungen in Hamburg (unter anderem in der Speicherstadt) entwickelte er Lichtplanungen für Köln (Rheinufer). Und eben für Uelzen. Für mehr als 160 000 Euro wurden an markanten Gebäuden (Altes Rathaus oder St. Marien-Kirche) und der Stadtmauer Strahler ins Pflaster gelassen. Der finanzielle Anteil Uelzens betrug rund 33 000 Euro. Im Laufe der Jahre drang in immer mehr Strahler Wasser ein, die Leuchten fielen aus, blieben dunkel. Grund: Streusalz ließ Lampenkörper und die Einfassungen der Scheiben korrodieren. Vor zwei Jahren spendierte der Hersteller Philips 51 neue Glasabdeckungen und Dichtungen. „Aus Kulanz“, so Erster Stadtrat Dr. Florian Ebeling. Jetzt habe der niederländische Elektronikkonzern eingeräumt, dass die gelieferten Leuchten für einen solchen Einsatz wie in Uelzen gar nicht geeignet seien, so Feldmann im Ausschuss.

Die Lampen einfach auszubauen, sei nicht möglich. Da die Installation zum größten Teil durch Fördergelder finanziert wurde, sei eine Zweckbindung noch bis 2019 vorhanden, berichtete Karin Feldmann. Die Stadt müsste die Fördergelder zurückerstatten, wenn sie die Leuchten vorzeitig entfernt. Nun habe man sich eben zu der Sparvariante entschlossen. „Wir hoffen, das Budget für die laufende Unterhaltung reicht aus, damit die vorhandenen Strahler weiter leuchten können“, sagt die Fachbereichsleiterin.

Übrigens: Die Stadt Uelzen ist nicht die einzige Kommune in der Republik mit diesem Lampen-Problem. Ausgerechnet die Stadt Schwäbisch-Hall, mit der Uelzen seit Jahren wegen schiefgelaufener Geschäfte in der Ukraine im juristischen Clinch liegt, sitze ebenfalls teilweise im Dunkeln, recherchierte Feldmann.

Von Jens Schopp

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