Ortsrat soll noch detailliert informiert werden

Stadtbaurat verteidigt Veerßer Fällungen: „Halte Entscheidung immer noch für richtig“

Auf dem Gelände in Veerßen soll ein Wohn- und Pflegequartier entstehen – dafür wurde gefällt.
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Auf dem Gelände in Veerßen soll ein Wohn- und Pflegequartier entstehen – dafür wurde gefällt.
  • Lars Becker
    vonLars Becker
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Knapp zwei Monate ist es her, dass auf dem ehemaligen Gelände der Klinik Veerßen Bäume gefällt wurden, um Platz für das geplante Wohn- und Pflegequartiert zu schaffen. Im Bauausschuss verteidigte die Stadtverwaltung ihre Genehmigung dazu. Auch im Ortsrat will man detailliert Rede und Antwort stehen

Uelzen – Selbst zum Erstaunen von Hans-Jürgen Heuer (CDU) ploppten am Dienstagabend in der Sitzung des Ausschusses für Bauen, Infrastruktur, Umwelt- und Klimaschutz der Hansestadt Uelzen unter dem Tagesordnungspunkt „Berichte des Bürgermeisters“ die umstrittenen Baumfällungen auf dem Gelände der ehemaligen Klinik Veerßen als Thema auf.

Heuer machte als Ausschussvorsitzender klar, dass er das mindestens als unglücklich empfand. Denn: „Ich wusste im Vorfeld, dass wir etwas zu den Bahnbrücken und zu Schottergärten hören. Vom Thema Klinik Veerßen wusste ich nichts – und die Bürger auch nicht. Ich appelliere, dass wir im Vorfeld einer Sitzung zumindest stichpunktartig in der Tagesordnung und der Zeitung die Themen benennen. Es ist schade, dass derart interessante Dinge sonst vom Bürger im Ausschuss nicht abgeholt werden können, weil er nichts davon weiß.“

„Eigentümer hat auch das Recht, sein Grundstück zu vermarkten.“

Stadtbaurat Karsten Scheele-Krogull hatte sich stellvertretend für die Verwaltung offenbar unter dem Eindruck der massiven öffentlichen Kritik – auch in Leserbriefen in der AZ – dazu veranlasst gesehen, darzulegen, warum es Ende Februar zu den Fällungen gekommen war. Er verteidigte die Genehmigung dafür: „Ich halte die Entscheidung immer noch für richtig. Wir haben jahrelang über dieses Grundstück gesprochen, es hätte vielleicht noch 20 Jahre danieder gelegen. Und ein Eigentümer hat auch das Recht, sein Grundstück zu vermarkten. Es tut mir auch weh, dass Bäume gefallen sind, aber es ist richtig, dass sich Veerßen dort weiterentwickelt.“

Auf den Einwand von Herwig Maaß (UWG), der sich gewünscht hätte, dass die Verwaltung auf die Politik zugekommen wäre, um über einen Bebauungsplan zu sprechen, entgegnete Scheele-Krogull: „Das ist eindeutig ein Geschäft der laufenden Verwaltung. Wir können nicht jedes Bauvorhaben in den Ausschuss bringen, dann würden wir viel zu viel Zeit verlieren. Wir haben als Verwaltung immer zu prüfen, ob sich eine Bebauung in die Umgebung einfügt oder nicht. Überall dort, wo eine Bebauung Spannungen auslösen kann, ist – etwas grob gesagt – ein Bebauungsplan erforderlich. Wenn das Thema Schallschutz aufkommt, ist das auch ein Indiz dafür.“ Diese Aussagen veranlassten SPD-Politiker Uwe Holst zum etwas provokanten Fazit: „Also macht Schallschutz einen Bebauungsplan notwendig, Baumschutz aber nicht.“

Baumschutzsatzung der Hansestadt soll angepasst werden

Stadtbaurat Karsten Scheele-Krogull kündigte an, den Entscheidungsprozess zu den Fällungen auf dem ehemaligen Klinikgelände („Der Fällantrag hat uns überrollt, weil im Sommer der erste Spatenstich erfolgen soll und deshalb bis Ende Februar gefällt werden musste.“) im Ortsrat im Detail zu erläutern. Der habe sich nicht ausreichend mitgenommen gefühlt. Für die Zukunft plane man außerdem, die Baumschutzsatzung der Hansestadt anzupassen, um in Gesprächen mit Eigentümern über „ein schärferes Schwert“ zu verfügen. Der Bauvorbescheid liege inzwischen vor, er solle den Ausschussmitgliedern mit dem Protokoll zugehen.

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