Stadt will Straßenbäume bei Ausbau erhalten

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Die Anlieger der Heinrich-Oetzmann-Straße sind in Hab-Acht-Stellung: Sollten die Straßenbäume mit einem Ausbau der Fahrbahn weichen, befürchten sie, dass die Straße für den Schwerlastverkehr attraktiv werden könnte.

Uelzen-Westerweyhe. Rund 60 Bäume säumen die Straße Stadtberg in Richtung Heinrich-Oetzmann-Straße in Westerweyhe. Dass diese Allee künftig bei einem Ausbau der Oetzmann-Straße zur besseren Anbindung des Ortsteils an die Stadt Uelzen nicht mehr für Passanten, sondern vielmehr für den Schwerlastverkehr attraktiv werden könnte, befürchten Anwohner des Viertels.

Bei der Ortsratssitzung am Montagabend nahmen die Mitglieder des Gremiums und Anlieger daher erleichtert zur Kenntnis, dass auch die Stadt Uelzen keineswegs den Gedanken verfolge, die Straßenbäume wegzunehmen. Zudem sei es nicht im Sinne der Stadt, die verkehrsberuhigten Fahrbahnverengungen zurückzubauen, erklärte Stadtplaner Michael Kopske.

400 Westerweyher hatten sich mit einer Unterschriftenliste gegen eine Verlängerung der Heinrich-Oetzmann-Straße in Richtung Funkturm ausgesprochen – allein aus Sorge über eine mögliche Rücknahme der Verkehrsberuhigung. Vorangetrieben hatte diese Aktion Klaus Chlechowitz. Er ist Anlieger seit fast 50 Jahren, als das Wohnhaus seiner Familie noch das einzige in dem Viertel war. Er selbst hat Einwendungen gegen den neuen Bebauungsplan eingereicht. „Ausbauen ja, Lastwagen-Verkehr nein“, fasste er seine Forderung zusammen.

Es müsse laut Chlechowitz sichergestellt werden, dass nicht trotz Erhalt der Fahrbahnverengungen und der Bäume Lkws die dann ausgebaute Route von der Ebstorfer Straße Richtung künftiges Industriegebiet Kirchweyhe oder das Quartier Am Funkturm bevorzugen. Er zeigte auf einer Karte Straßenkurven und Einmündungen, die er wegen der Fahrbahnenge für Gefahrenpunkte hält, da Lastwagen dort in den Gegenverkehr geraten. Der Bebauungsplan soll die Grundlage dafür schaffen, dass die Oetzmann-Straße ausgebaut werden darf, erläuterte Kopske.

Die Stadt hatte den Plan bis zu den Sommerferien abschließen wollen, um noch rechtzeitig ins Förderprogramm des Zuschussgebers für die Baumaßnahme aufgenommen zu werden. Nun hätten jedoch Umweltverbände eine Fristverlängerung beantragt und es müssten mehrere Einwendungen geprüft werden. Die Stadt will deshalb erst im nächsten Jahr untersuchen, ob sie Fördergelder nutzen kann. „Wenn der Fördermittelgeber sagt ,Ihr müsst die verkehrsberuhigten Elemente oder die Bäume herausnehmen‘, dann verzichten wir auf die Fördermittel“, stellte Michael Kopske klar. Die Vorgehensweise müsse allerdings von der Politik beschlossen werden.

Von Diane Baatani

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