Verwaltungsausschuss folgt SPD-Vorstoß zur Integrierten Gesamtschule mehrheitlich / Scharfe Kritik von CDU

Stadt Uelzen wird IGS beim Land beantragen

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Die Stadt Uelzen wird beim Land die Einrichtung einer vierzügigen Integrierten Gesamtschule (IGS) in der Theodor-Heuss-Realschule beantragen.

bs Uelzen. Die Stadt Uelzen wird beim Land die Einrichtung einer vierzügigen Integrierten Gesamtschule (IGS) beantragen. Das hat der Verwaltungsausschuss (VA) jetzt mehrheitlich beschlossen. Zuvor hatte sich bereits der Schulausschuss mit der Stimmenmehrheit der SPD für eine IGS-Gründung ausgesprochen, die CDU war dagegen (AZ berichtete).

 Allerdings betont Kultusminister Bernd Althusmann (CDU), dass das Land Anträge auf Vierzügigkeit nicht genehmigen werde. „Die Absage von Herrn Althusmann ersetzt nicht die Prüfung durch seine Behörde. Er kann nicht vorauseilend dazu Stellung nehmen“, kritisiert Uelzens Bürgermeister Otto Lukat.

Nach dem Beschluss des VA wird die Stadt nun prüfen, ob sie einem Klageverfahren niedersächsischer Kommunen gegen die IGS-Zulassungsvoraussetzungen beitritt. „Warum werden zweizügige Oberschulen gegründet, eine IGS soll aber fünfzügig sein?“, fragt sich Schuldezernent Jürgen Markwardt.

Wie berichtet, waren bei einer kreisweiten Elternbefragung im Mai nicht genügend Stimmen für eine fünfzügige IGS zusammengekommen. Die damalige Zustimmungsquote von etwa 14 Prozent hat die Stadt nun auf alle Jahrgänge hochgerechnet. Das Ergebnis: Für die Klassen 1 bis 7 sei eine „satte Vierzügigkeit“ zu erwarten, erklärt Markwardt. Bei den Klassen 8 bis 10 liege man hingegen knapp unter der Mindestschülerzahl von 96 pro Jahrgang.

„In meinen Augen ist die IGS in Uelzen mausetot“, meint deshalb Schulausschuss-Vorsitzender Hennig Gröfke (CDU). Der geplante Antrag beim Land sei „vollkommen chancenlos“. Dagegen betont SPD-Schulexperte Jörg Kramer: „Wir müssen den Antrag stellen, um als Region nicht abgehängt zu werden. Eine IGS ist ein Standortfaktor für Wohnen und Wirtschaft.“

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