Grabstätten werden teurer

Stadt Uelzen will Friedhofsgebühren anheben

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Für ein Urnengrab werden Angehörige von Verstorbenen wohl mehr bezahlen müssen. 

Uelzen – Für Grabstätten auf Friedhöfen, die von der Hansestadt Uelzen bewirtschaftet werden, müssen Familien künftig wohl tiefer ins Portmonee greifen.

Die Hansestadt hat ihre Friedhofsgebühren neu kalkuliert, dazu auch ein neues Berechnungsmodell herangezogen – und kam so auf höhere Sätze. Vor allem die Gebühren bei Urnenbegräbnissen sollen demnach steigen: Statt bisher 381 Euro sind 876 Euro vorgesehen. Bei Sargbestattungen sind statt 1.180 Euro dann 1.328 Euro fällig. Eine Entscheidung der Politik zu den neuen Gebühren steht noch aus, Ende des Monats starten die Beratungen.

Von der neuen Gebührenkalkulation betroffen sind die Friedhöfe in Holdenstedt, Westerweyhe, Klein Süstedt sowie der Bestattungswald am Fischerhof. Die letzte Berechnung liege gut sechs Jahre zurück, es gebe inzwischen auch neue Bestattungsformen, für die Gebühren zu berechnen gewesen seien, begründet Christine Tietz, Leiterin der Abteilung Grünflächen und Umwelt bei der Stadt, die Neukalkulation. Nach ihren Angaben darf die Stadt mit Bestattungen keine Gewinne erwirtschaften, gleichzeitig müssen aber die anfallenden Kosten mit den Gebühren gedeckt werden.

Die Stadt bediente sich bei der Neukalkukation der Gebühren nun des sogenannten Kölner Modells – einer Berechnungsmethode, die inzwischen von vielen Kommunen genutzt werde, wie Tietz sagt. Bisher entscheidend war bei der Berechnung der Gebühren die Größe der Fläche, die für ein Grab benötigt wurde – so waren Urnengräber im Vergleich zu Sargbestattungen vergleichsweise günstig. Beim Kölner Modell wird nicht nur die Fläche berücksichtigt, sondern auch der Umstand, dass Angehörige die Gräber besuchen – und dabei spielt die Bestattungsweise nicht mehr die entscheidende Rolle.

Bei dem bisher gewählten klassischen Modell hätte sich in Zukunft die Preiseschere zwischen Urnengrab und Sarggrab immer weiter geöffnet, erklärt Christine Tietz. „Wir halten das Kölner Modell für gerechter“, so die Abteilungsleiterin.

VON NORMAN REUTER

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