Einsatz zum Schutz der Bürger

Stadt Uelzen verwendet Biozid im Kampf gegen Eichenprozessionsspinner

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Das aus der Kanone gesprühte Biozid gelangt über die besprühten Blätter in den Körper der Eichenprozessionsspinner. Es ist für andere Tierarten und Menschen ungefährlich.

Uelzen – Zum Schutz der Bürger vor dem Eichenprozessionsspinner ist ein Fahrzeug mit dem Biozid „Neemprotect“ an Bord derzeit in Uelzen unterwegs.

Mehrere Meter hoch sprüht die hinten angebrachte Kanone die Chemikalien in die Baumkronen – dorthin, wo sich die Nester der Falter befinden. Gerade dort ist die Gefahr für Menschen groß.

Nach der Häutung bleiben die alten Larvenhäute in den Nestern, sodass es zu einer Konzentration von Brennhaaren der Eichenprozessionsspinner kommt. Bei Menschen verursacht der Kontakt allergische Reaktionen, wenn die Brennhaare in die Haut und die Schleimhäute eindringen. Asthma, Bronchitis, schmerzhafter Husten und Juckreiz sind die Folgen.

Damit es nicht erst dazu kommt, hat die Stadt Uelzen gestern in Zusammenarbeit mit der Firma „Enviro“ aus Sachsen-Anhalt mit der präventiven Behandlung im Stadtgebiet begonnen. Heute geht das Vorhaben in die zweite Runde. Gesprüht wird nur, wo der Baumkontrolleur in den vergangenen Jahren an den Bäumen einen Befall von Eichenprozessionsspinnern feststellen konnte.

Das Verfahren ist simpel: Das Biozid wird mit Wasser angemischt und über die Kanone auf die Blätter in den Baumkronen gesprüht. Dort trocknet die Chemikalie schnell. Wenn die Prozessionsspinner während des Laubaustriebs im Frühjahr schlüpfen, fressen sie die besprühten Blätter. Das Kontaktgift im Biozid gelangt auf diese Weise in den Magen der Raupen und führt dazu, dass sie nach wenigen Tagen absterben. Und das bevor die Prozessionsspinner das dritte Larvenstadium erreichen und die Haare für den Menschen gefährlich werden,

„Wir haben im letzten Jahr mit dem Biozid gute Erfahrungen gemacht“, erklärt Christine Tietz von der Abteilung Grünflächen und Umwelt der Stadt Uelzen. „Es birgt keine gesundheitlichen Gefahren für die Bürger und ist auch zum Beispiel für Bienen nicht schädlich.“ Soll- ten Eichenprozessionsspinner nach der Bekämpfung überleben, müssen die befallenen Bäume im Laufe des Sommers abgesaugt werden.

„An den Zehn Eichen“ soll laut Tietz nicht gesprüht werden. „Dort haben wir bisher keinen Befall festgestellt. Das hat wohl mit den kühleren Temperaturen und dem Wind zu tun. Die Eichenprozessionsspinner mögen das nicht“, vermutet Tietz und schließt sich damit der Meinung von Uelzens Stadtförster Thomas Göllner an.

VON MARJANA MAIER

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