Ersatzpflanzungen geplant

Stadt Uelzen prüft „Umweltfonds“: Reaktion auf Kritik an Baumfällungen

Der kleine Park an der Veerßer Klinik ist abgeholzt worden.
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Der kleine Park an der Veerßer Klinik existiert nicht mehr. Für ein privates Bauprojekt wurden die Bäume gefällt, das löste Protestaktionen aus. Darauf wiederum reagiert die Hansestadt Uelzen.
  • Norman Reuter
    vonNorman Reuter
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Auf die Kritik an den jüngsten Baumfällungen reagiert die Stadt mit dem Plan, einen „Umweltfonds“ einzurichten, in den etwa private Investoren einzahlen könnten, falls Ersatzpflanzungen nicht möglich sind

Uelzen – Die Hansestadt Uelzen reagiert auf die massive Kritik, die zuletzt wegen Baumfällungen in Uelzen laut geworden war (AZ berichtete). Wie die Verwaltung erklärt, könne sie die „aktuellen Diskussionen“ nachvollziehen.

„Allerdings sind Baumfällungen im Hinblick auf eine städtische Weiterentwicklung manchmal unumgänglich – so bei der Neugestaltung der Verkehrsführung und des Busbahnhofs am Rathaus“, heißt es in einer Stellungnahme. Gut 60 Bäume waren an der Veerßer Straße für die Baumaßnahme gefällt worden. Die Stadt kündigt „Ersatzpflanzungen in vergleichbarer Zahl“ an.

Auf privaten Grundstücken könne die Stadtverwaltung nach derzeitiger Rechtslage in der Regel nur dann einschreiten und Fällungen verbieten, wenn die Baumstämme einen gewissen Umfang erreicht hätten, heißt es aus dem Rathaus weiter.

Hansestadt prüft, „neue Vorschrift per Satzung umzusetzen“

Wenn möglich, arbeite die Stadt wie bei dem Grundstück der früheren Veerßer Klinik mit Auflagen, die dazu verpflichteten, auch neue Bäume zu pflanzen. Und: „Um mehr Einfluss zu ermöglichen, prüft die Hansestadt bereits, eine neue Vorschrift per Satzung umzusetzen. Insbesondere private Investoren sollen verpflichtet werden, Bäume mindestens in gleicher Anzahl nachzupflanzen.“

Sei dies aus Gründen der Stadtentwicklung nicht möglich, solle in einen Umweltfonds gezahlt werden können, aus dem andere grüne Projekte in der Stadt finanziert würden. „Die Prüfung, ob eine entsprechende Regelung rechtlich möglich ist, bleibt zunächst abzuwarten.“ Dieses angedachte Modell erinnert an die Umweltschutzstiftung, die zuletzt der Landkreis Uelzen aufgelegt hatte.

Viel Grün - eines der wichtigsten Elemente in Uelzen

Das viele Grün in der Stadt sowie die angrenzenden Waldflächen der Naherholungsgebiete am Königsberg, im Stadtwald oder am Oldenstädter See gehörten zu den wichtigsten Elementen der Hansestadt, so die Verwaltung.

Die Nachpflanzung von Bäumen im öffentlichen Raum im Verhältnis 1:1 (siehe Infokasten „Zum Thema“), Maßnahmen zur Waldwirtschaft als Bestandteil des Klimaschutzkonzeptes der Hansestadt oder Pflanzaktionen im Stadtwald, die voraussichtlich coronabedingt verspätet im kommenden Herbst starten, seien neben weiteren Umweltprogrammen wie das Insektenschutzprogramm Beispiele dafür, diese wichtigen Elemente zu erhalten und in Einklang mit der baulichen Stadtentwicklung zu bringen.

Zum Thema: Pflanzquote wird eingehalten

Es ist ein Beschluss der Politik aus dem Jahr 2019. Nachdem die Stadt aufgrund von Sparrunden bei den Nachpflanzungen ins Hintertreffen geraten war, legte der Rat fest, dass für jeden gefällten Baum ein neuer nachgepflanzt werden muss. Auf Nachfrage der AZ, ob die Pflanzquote eingehalten wird, teilt die Verwaltung folgende Zahlen mit:

Fäll- und Pflanzzeit 2018/19: Gefällte Bäume: 121, nachgepflanzte Bäume: 94

Fäll- und Pflanzzeit 2019/2020: Gefällte Bäume: 118, nachgepflanzte Bäume: 145

Damit sei das Verhältnis von 1:1 eingehalten worden, so die Verwaltung. Die Nachpflanzungen, die 2018/2019 nicht erfolgten, seien in der nächsten Pflanzperiode nachgeholt worden.

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