Reiz der leuchtenden Kinderaugen

Stadt Uelzen organisiert Kontaktaufnahme bei Wunschgroßeltern

Ursula Hahne-Bergmann (2. v. l.) und Martin Bergmann (r.) arbeiten ehrenamtlich als sogenannte Wunschgroßeltern und unterstützen so eine Familie aus Ebstorf mit zwei Töchtern.
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Ursula Hahne-Bergmann (2. v. l.) und Martin Bergmann (r.) arbeiten ehrenamtlich als sogenannte Wunschgroßeltern und unterstützen so eine Familie aus Ebstorf mit zwei Töchtern.

Dreilingen/Uelzen – Da die Kinder von Ursula Hahne-Bergmann und Martin Bergmann vor sieben Jahren signalisiert hatten, wohl keine eigenen Kinder bekommen zu wollen, entschied sich das Ehepaar aus Dreilingen dazu, Näheres zum Projekt der Wunschgroßeltern der Stadt Uelzen zu erfahren.

Es äußerte seine Wünsche, es gab mehrere Treffen und Kornelia Hillmer von der Stadt stellte schließlich den Kontakt zu einem Ehepaar in Ebstorf her, das 2012 über eine Tochter verfügte. „Ich war zuvor zehn Jahre ehrenamtlich für eine Organisation tätig gewesen und suchte etwas Neues“, berichtet Ursula Hahne-Bergmann. „Ich war zunächst ängstlich, eine Wunschoma zu werden, da ich mich fragte, was wohl wäre, wenn es etwas passiert. “. .

Die Gespräche mit der jungen Mutter seien aber derart positiv verlaufen, dass Hahne-Bergmann ihre Ängste schnell überwand und sich auf das neue Projekt einließ. Sowohl die neuen Wunschgroßeltern als auch die Mutter berichten, dass die Zusammenarbeit sehr gut funktioniere und es für alle Beteiligten eine Bereicherung sei. „Es war eine gute Entscheidung und macht uns sehr viel Spaß“, sagt der pensionierte Lehrer Bergmann.

Mittlerweile hat die Familie aus Ebstorf zwei Töchter. Die Treffen finden mal bei den Kindern zu Hause und mal bei den Wunschgroßeltern statt. Es wird gebastelt, gespielt, kleine Ausflüge getätigt, Tiere beobachtet und viel Zeit mit den vier Pferden der Bergmanns verbracht. „Mir war es wichtig zu zeigen, dass auch Fegen und Hafer holen zum Umgang mit Pferden dazugehört“, sagt Bergmann. Die Wunschgroßeltern betonen, dass es bei diesem Projekt um keine finanziellen Verpflichtungen gehe.

2016 kam es für die Bergmanns dann zu einer Überraschung, als sie nämlich doch noch „echte“ Großeltern wurden. Mittlerweile haben sie drei eigene Enkelkinder, die aber in Nordrhein-Westfalen und Baden-Württemberg leben und damit weiter weg. „Wir waren unseren Kindern sozusagen um einiges voraus, was den Umgang mit Kinderkrankheiten und anderen Dinge angeht“, sagt Martin Bergmann. Und seine Frau ergänzt: „Das Ganze ist für uns eine tolle Kombination.“

Eine Konkurrenz sowohl zu den eigenen Großkindern der Bergmanns als auch aus Sicht der echten Großeltern der beiden Mädchen, die anderthalb Autostunden entfernt leben, sehe keine der beteiligten Parteien. Martin Bergmann möchte auch anderen älteren Menschen Mut machen, den Schritt als Wunsch-Oma oder -Opa zu wagen. „Was gibt es Schöneres, als in leuchtende Kinderaugen zu schauen“, sagt der Dreilinger.

Nach Auskunft der Stadt Uelzen steigt die Nachfrage nach Wunschgroßeltern in der vergangenen Zeit. Rund zehn Wunschomas und eben (nur) ein Wunschopa konnten bislang vermittelt werden. Weitere Auskünfte erteilt Kornelia Hillmer vom Familien-Servicebüro der Stadt per Telefon unter (05 81) 8 00 62 82 oder per E-Mail an kornelia.hillmer@stadt.uelzen.de.

VON TIMO HÖLSCHER

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