Vor allem Urnenbestattungen werden teurer / Mehrheitlicher Beschluss im Rat

Stadt Uelzen hebt die Friedhofsgebühren an

+
Für Urnenbeisetzungen auf den drei Friedhöfen in Westerweyhe, Holdenstedt und Klein Süstedt haben die Menschen deutlich tiefer in die Tasche zu greifen. 

Uelzen – Für Beisetzungen auf den städtischen Friedhöfen in Westerweyhe, Holdenstedt und Klein Süstedt sowie im Bestattungswald am Fischerhof haben die Menschen künftig tiefer ins Portmonee zu greifen.

Der Uelzener Rat hat am Montagabend nach mehreren Monaten der Beratung eine neue Gebührensatzung für diese Friedhöfe und den Bestattungswald erlassen.

Demnach werden Urnenbeisetzungen auf den Friedhöfen deutlich teurer, auch bei anderen Grabformen sind höhere Beträge zu zahlen. Die Gebühren fallen nach dem Willen der Politik aber nicht ganz so hoch aus, wie von der Stadtverwaltung vorgeschlagen.

Nachdem sechs Jahre seit der letzten Gebührenkalkulation vergangen waren, sah die Verwaltung die Zeit gekommen, eine Neuberechnung vorzunehmen – dabei zog sie erstmals das sogenannte Kölner Modell heran. Bisher entscheidend war bei der Berechnung die Größe der Fläche, die für ein Grab benötigt wurde. Beim Kölner Modell wird nicht nur die Fläche berücksichtigt, sondern auch der Umstand, dass Angehörige die Gräber besuchen – und dabei spielt die Bestattungsweise nicht mehr die entscheidende Rolle, was sich vor allem bei Urnenbestattungen bemerkbar macht. Im Ergebnis hätte nach Vorschlag der Verwaltung ein Urnengrab auf den Friedhöfen nicht mehr 381 Euro, sondern 876 Euro gekostet – also mehr als das Doppelte.

So deutlich sollte die Steigerung dann aber doch nicht ausfallen, fand die Politik. Mehrheitlich entschied sie, dass die Gebühren um 10 Prozent gedrückt werden. Im Ergebnis sind so nun für ein Urnengrab 789 Euro zu zahlen.

Klaus Knust, SPD-Fraktion

Klaus Knust, Vorsitzender der SPD-Fraktion, begründete den Nachlass von zehn Prozent: „Friedhöfe sind im weitesten Sinne soziale Einrichtungen“, sagte er im Rat. Und aus sozialen Gesichtspunkten sei es richtig, so zu verfahren.

Karl-Heinz Schmäschke, Grüne/FDP/ Linke/Piraten

Anders sieht das die Gruppe aus Grünen, Linken, FDP und Piraten. Karl-Heinz Schmäschke, Vorsitzender der Gruppe, meinte, es handele sich um Gebühren und sie müssten so kalkuliert werden, dass sie die Ausgaben decken. „Wir sind der Meinung, dass die Gebühren von den Verursachern zu zahlen sind.“

Hans-Jürgen Heuer (CDU) bemängelte, dass künftig Beisetzungen im Bestattungswald teils günstiger sind als auf Friedhöfen. Weshalb womöglich sich mehr Menschen für einen Platz dort als auf einem Friedhof entscheiden werden. Er sprach von einer „Unwucht“.

VON NORMAN REUTER

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare