Douglas-Bande: Angehörige demonstrieren vor Gericht / Lukat im Interview

Stadt setzt auf Streetworker

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Bürgermeister Otto Lukat nimmt Stellung.

Uelzen. Beim Umgang mit problematischen Jugendgruppen in Uelzen hofft die Stadt jetzt auf die Realisierung eines Streetworker-Projektes:

„Wir haben entsprechende Pläne schon lange in der Schublade, durch die Vorgänge der letzten Wochen haben sie natürlich eine unerwartete Aktualität erfahren“, sagt Bürgermeister Otto Lukat.

Im AZ-Interview äußert sich das Stadtoberhaupt erstmals zu den jüngsten Vorfällen in der Innenstadt, die der so genannten Douglas-Bande zugerechnet werden und die mittlerweile überregional für Aufsehen sorgten. Fünf mutmaßliche Rädelsführer sitzen wegen versuchten Totschlags und versuchter schwerer räuberischer Erpressung in Untersuchungshaft (AZ berichtete).

Doch das „Verhalten einzelner Gruppen im Stadtgebiet“ (Lukat) beschäftigt die Stadt schon länger. Gerade in Wochenend-Nächten gibt es immer wieder Auffälligkeiten durch junge Kneipengänger. Das Streetworker-Projekt hätte die Stadt gerne schon lange realisiert, „aber das ist leider noch nicht durchfinanziert“, sagt Lukat.

Die Stadt Uelzen hat sich wegen ihrer dramatischen Finanzlage einem strikten Sparkurs unterworfen, der Stellenplan ist auf dem Stand des Jahres 2008 eingefroren worden. Die Verwaltungsspitze arbeite derzeit aber konkret an einer anderen Finanzierungsmöglichkeit, so dass das Streetworker-Projekt möglicherweise 2012 starten könnte.

Derweil wollen Familienangehörige der Inhaftierten am morgigen Donnerstag um 8.30 Uhr vor dem Amtsgericht gegen Ausländerfeindlichkeit demonstrieren. Eine entsprechende Kundgebung sei angemeldet worden, bestätigt die Stadtverwaltung. Hintergrund ist der Haftprüfungstermin eines Tatverdächtigen – für die Justiz ist das nicht ohne Brisanz: Erst vergangene Woche hatte ein mutmaßlicher Mittäter zu flüchten versucht, nachdem der Haftbefehl gegen ihn verlängert worden war. Beiden wirft die Staatsanwaltschaft versuchte Schutzgelderpressung eines Uelzener Geschäftsmannes vor.

Von Thomas Mitzlaff

Das Interview mit Otto Lukat

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