nde einer Tradition: Uelzens „Irische Nächte“ weichen Senioren-Wohnungen

Die Stadt schlummert ein

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Freiluft-Feste mit Live-Musik haben im „Wittinger“ Tradition. Der Inhaber befürchtet das Aus wegen der Seniorenwohnungen in der Nachbarschaft.

Uelzen. Jedes Jahr im Sommer gibt es am Hammersteinplatz eine so genannte irische Nacht. Dann spielt Christie Cleek die so typischen irischen Rhythmen und bis in den späten Abend wird gefeiert. Das diesjährige Open-Air-Fest am Sonnabend, 10. September, wird womöglich das letzte in dieser Form sein.

„Durch den in unmittelbarer Nachbarschaft entstandenen Hotelneubau und den angrenzenden Seniorenwohnkomplex des Roten Kreuzes ist eine Genehmigung dieser Veranstaltung in jetziger Form eventuell nicht mehr möglich und somit unter Umständen die letzte Freiluft-Irish Night“, sagt Bernd Gadau, Inhaber des Pub & Restaurant „Zum Wittinger“, Von 19.30 Uhr bis 23.30 Uhr werden diese Konzerte auf dem Parkplatz vor dem 33 Jahre alten „Wittinger“ veranstaltet, zu Gast sei ein Publikum zwischen 20 und 80 Jahren.

Offiziell müsste um 22 Uhr die Nachtruhe beginnen, aber bislang konnte Gadau beim Ordnungsamt stets eine Ausnahmegenehmigung erreichen und durfte somit das Fest bis 23.30 Uhr ausdehnen. Aus dem Umfeld des Restaurants gab es deshalb noch nie Beschwerden, sagt Gadau, und an die Vorgaben der Behörde für das Fest habe er sich auch grundsätzlich gehalten.

Da ab Oktober aber 20 Seniorenwohnungen in zwei Neubauten des DRK an der Ripdorfer Straße, unweit vom „Wittinger“, bezogen werden und auch ein Hotel neu öffnet, fürchtet Gadau das Aus. Wenn er keine Ausnahmeregelung mehr erhalte, „lohnt es sich finanziell nicht mehr“. Die Kosten für die Organisation und die Veranstaltung liegen „schnell bei 5000 Euro“, rechnet der Wirt hoch, „aber was am Abend wieder reinkommt, weiß man vorher nicht“. Und früher mit dem Fest zu beginnen, sei auch keine Option.

Dass es dem „Wittinger“ ähnlich ergehen wird wie dem Konkurrenten „Hofinger“, der bereits im vergangenen Jahr die traditionellen Garten- und Oktoberfeste aufgegeben hat, ist aber nach Angaben von Sprecherin Ute Krüger nicht im Sinne der Stadtverwaltung. „Die Stadt Uelzen ist daran interessiert, dass dieses kulturelle Angebot auch weiterhin aufrecht erhalten wird“, erläutert sie. Jedes Open-Air-Fest muss Gadau einzeln anmelden, mit den Anträgen für 2012 ist das Ordnungsamt noch nicht konfrontiert worden. „Die Stadt wird eine Ausnahmegenehmigung nicht von vornherein einschränken beziehungsweise nicht erteilen.“ Beschwerden aus der Nachbarschaft müsse die Stadt berücksichtigen, verweist Krüger auf die Verordnung über die öffentliche Sicherheit. „Aber ob diese kommen, bleibt zunächst abzuwarten, das können wir heute noch nicht einschätzen.“

Josef Hofinger hatte vor einem Jahr die Live-Konzerte im Garten an der Gudesstraße aufgegeben, weil es nicht möglich war, die Lärmschutzgrenze von 60 Dezibel einzuhalten. Ein Anwohner und zugleich Leiter des Ordnungsamts einer Gemeinde im Landkreis Celle hatte sich damals über die zu laute Live-Musik beschwert.

Der Kreisverband des Deutschen Roten Kreuzes, der die Gebäude an der Ripdorfer Straße baut, hat sich bislang noch nicht mit den jährlichen Festen des „Wittinger“ befasst. Ute Simon, Assistentin der Geschäftsführung, erinnert an die Auflagen der Stadt: „Solange der Betreiber sich an diese hält, wird der DRK-Kreisverband nichts dagegen einwenden“, erklärt sie auf AZ-Nachfrage.

Von Diane Baatani

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