Von Woche zu Woche

Die Stadt-Politik muss sich stellen

Es ist ein Jahresbeginn mit vielen Fragezeichen. Und diese ersten Tage im neuen Jahr könnten so etwas wie die Ruhe vor dem Sturm sein. Oder, anders gesagt: 2015 dürfte für die Stadt Uelzen ein Jahr der Diskussionen werden, der harten Gespräche.

Denn die Zeit des Aussitzens ist vorbei. Es müssen in den kommenden zwölf Monaten Entscheidungen getroffen werden, von denen manche unangenehm sein werden, die aber unausweichlich sind, wenn Uelzen nicht im Stillstand verharren will. So etwas macht keinen Spaß, aber es wird zeigen, wer in der Stadtpolitik zu seinen Vorstellungen steht und Standfestigkeit beweist, wenn der Wind mal schärfer von vorne bläst.

Da sind zu allererst die städtischen Finanzen. Sie befinden sich auf einem gefährlichen Schlingerkurs. Größtenteils unverschuldet von der Stadt. Der Einbruch der Gewerbesteuer-Einnahmen bringt Uelzen jedenfalls in eine prekäre Situation, mit weitreichenden Folgen für andere wichtige Fragen, die jetzt unter dem Eindruck eines Millionenlochs beantwortet werden müssen.

Da ist zum einen das Thema Grundschul-Schließungen. Die Argumente für die verschiedenen Konzepte liegen auf dem Tisch, Eltern und Schüler haben einen Anspruch darauf zu erfahren, woran sie denn nun sind, wenn im Sommer das neue Schuljahr beginnt. Es ist ein Thema, das die Lebensqualität auf Dörfern unmittelbar betrifft – und es darf nicht zum Spielball taktierender Politik werden.

Dann sind da noch die so genannten Immobilien-Angelegenheiten. Die Zukunft von Schloss Holdenstedt und des Theaters sind nur zwei Stichworte. Eiertänze wie beim langsamen Tod der Stadthalle bringen Uelzen nicht weiter.

In der politischen Landschaft der Stadt gibt es viel Resignation angesichts der jüngsten Entwicklungen. Man kann dem Stadtrat und dem neuen Führungsduo im Rathaus deshalb vor allem eines wünschen: eine neue Aufbruchsstimmung.

Von Thomas Mitzlaff

Rubriklistenbild: © Koller

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