Manko in Ausbildung / Einige Unterrichtsfächer könnten künftig wegfallen

In Stadt und Landkreis Uelzen: Förderschullehrer werden gesucht

2020 kehren 1250 niedersächsische Lehrkräfte von Ober- und Realschulen an die Gymnasien zurück. Grund ist die Rückkehr zum Abitur nach 13 Jahren.
+
2020 kehren 1250 niedersächsische Lehrkräfte von Ober- und Realschulen an die Gymnasien zurück. Grund ist die Rückkehr zum Abitur nach 13 Jahren.

Uelzen/Landkreis – Noch sei der Lehrermangel in der Stadt und im Landkreis Uelzen zwar noch nicht so akut, doch wegen der Pensionierungen vieler Lehrerkräfte in den nächsten Jahren sowie 1250 niedersächsische Gymnasiallehrer, die ab dem Sommer 2020 von Ober- oder Realschulen wegen der Rückkehr zum Abitur nach 13 Jahren an die Gymnasien zurückbeordert werden, ändere sich die Lage bereits im kommenden Jahr enorm.

.

„Es ergibt sich in den nächsten Jahren eine riesige Lücke zwischen ausgebildeten Lehrkräften und dem, was der Markt benötigt. Das wird sich rächen“, sagt Annette Schneider, Kreisvorsitzende der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW).

Sie selbst arbeitet als Leiterin der Wrestedter Grundschule. Für die Unterrichtsfächer Musik und Sport gebe es heute bereits zu wenige Lehrer. Schneider: „Auch die Schülerzahlen haben sich nicht wie gedacht reduziert in Niedersachsen. Sie haben sich dagegen auf einem hohen Niveau stabilisiert.“ Torsten Neumann sieht die Probleme ebenfalls in bestimmten Bereichen besonders groß. „Einige Fächer fallen wohl in 2020 weg“, so der Vertreter vom Verband Niedersächsischer Lehrkräfte.

Großen Bedarf gebe es generell bereits an Förderschullehrern. „Es werden zu wenige ausgebildet“, sagt Schneider. Sie schildert zudem einen Fall an ihrer Wrestedter Grundschule, an der sich Bedarf wegen eines längerfristigen, krankheitsbedingten Ausfalls einer Lehrkraft ergeben hatte. Auf der Bewerberliste standen laut ihrer Aussage ausschließlich ausgebildete Gymnasiallehrkräfte.

Schneider müsse 50 bis 60 Stunden in ihrem Job wöchentlich arbeiten, um alle anstehenden Aufgaben erledigen zu können. „In den vergangenen Sommerferien hab ich gerade einmal eine Woche nicht gearbeitet“, sagt die Rektorin.

Indes appelliert der niedersächsische Landeselternrat nach einer Meldung des RedkationsNetzwerks Deutschlands an die Lehrer, ihren Beruf positiver einzuschätzen. „Das ständige Klagen über zu viel Arbeit für zu wenig Geld schreckt Abiturienten ab, sich für den Beruf zu ebtscheiden“, sagte Mike Finke, Vorsitzender des niedersächsische Landeselternrats.

VON TIMO HÖLSCHER

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare