Sprungbrett in den Beruf

Auch Azubis informierten sich bei der Zeitarbeitsbörse.

Uelzen - Von Jürgen Köhler-Götze. Mächtiger Andrang im Berufsinformationszentrum (BIZ) bei der Arbeitsagentur. Acht Zeitarbeitsunternehmen stellten sich vor und knapp 500 Interessenten knüpften Kontakte zu ihnen.

Die Zeitarbeit spiele im Landkreis nicht die ganz große Rolle, verlautet die Arbeitsagentur. „Das hat sich in den vergangenen Jahren immer unter dem Bundesdurchschnitt bewegt“, sagt Pressesprecherin Jeannette Hoffmann. Ziemlich genau ein Prozent der Beschäftigungsverhältnisse im Kreis seien Zeitarbeitsverhältnisse. Landesweit sind es 2,4 Prozent, davon nicht wenige in Großunternehmen, die wegen der Auftragslage selten langfristig planen können und daher zur flexiblen Lösung der Zeitarbeit greifen.

„In einige dieser Unternehmen kommen Sie nur über den Umweg von Zeitarbeit rein“, sagt einer der Berater. Dann aber ist die Chance nicht ganz schlecht, in ein festes Arbeitsverhältnis übernommen zu werden, denn die entleihenden Unternehmen greifen nicht selten auf schon eingearbeitet Zeitarbeiter zurück, mit denen man bereits positive Erfahrungen gemacht hat.

Die Arbeitsagentur hat einige hundert „Kunden“ zur Zeitarbeitsbörse eingeladen. „Ganz gezielt Leute, die von ihrer Qualifikation her in das Raster passten.“ Und auf freiwilliger Basis. Niemand kontrolliert, ob die Eingeladenen auch wirklich erscheinen.

Gezielt eingeladen worden sind auch Auszubildende, die im Sommer ihre Lehre beenden. Karsten Steinmann von der Arbeitsagentur begleitet seine „Schäfchen“ zu den Ständen. Und die sind gut vorbereitet. Alle haben sie ihre Bewerbungsmappen dabei und sie sind auch nicht auf den Mund gefallen, können sich präsentieren.

„Für manche von denen ist die Zeitarbeit das Sprungbrett in den Traumberuf“, erklärt Steinmann. Der ist für fast alle seiner „Schäfchen“ in der Gastronomie. „Sie werden für den Anfang jede Menge 400 Euro-Jobs angeboten bekommen“, erklärt ihnen ein Mitarbeiter einer Zeitarbeitsfirma und gibt gleich noch ein bisschen praktische Lebenshilfe obendrauf. Die Bewerbungsschreiben entsprechen nicht immer seinen Vorstellungen.

Mindestens der Tariflohn werde auch in Zeitarbeitsverhältnissen immer gezahlt, versichern alle Berater. Nicht selten aber auch mehr. „Ich kann doch keinem Facharbeiter, der vorher seine 16 Euro pro Stunde verdient hat, mit einem Stundenlohn von 8,43 Euro kommen“, sagt eine Beraterin. „Da bleibt der doch lieber gleich zu Hause.“ Lohndumping sei mit Zeitarbeit nicht zu machen.

Einige Besucher der Zeitarbeitsbörse haben sehr gute Aussichten, bald einen neuen Arbeitsvertrag abzuschließen, für andere folgen in den kommenden Wochen die intensiven Vorstellungsgespräche. Arbeitsagentur und Zeitarbeitsfirmen zogen eine positive Bilanz der Veranstaltung.

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