Dennoch: am Sprechen hapert's

Uelzens Kinder bei Schuleingangsuntersuchung besser als der Landesdurchschnitt 

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Malen, Springen, Sprechen – auf kleine Grundschüler kommt im „Ernst des Lebens“ einiges zu. Die Schuleingangsuntersuchung des Gesundheitsamts stellt vorab ihre Fähigkeiten fest.

Uelzen/Landkreis. Die Zahlen lassen aufhorchen: Fast jedes zwölfte Kind in Niedersachsen leidet nach Angaben des Landesgesundheitsamtes unter Hörproblemen – das sind 8,3 Prozent der landesweit 66 000 untersuchten Kinder.

Fast zwei Dritteln der Kinder wurde eine fachärztlichen Abklärung empfohlen. Das geht, wie berichtet, aus den Schuleingangsuntersuchungen des vergangenen Jahres hervor. Ein möglicher Trend zum schlechten Hören wird aber zumindest aus Sicht des Landkreises Uelzen nicht gesehen: Bei den 736 hier untersuchten Einschulungskindern fielen nur 6,4 Prozent beim Hörtest auf. Mehr noch: Zahlen aus den Vorjahren belegten, dass die Zahl der unauffälligen Befunde bei Uelzener Abc-Schützen kontinuierlich gestiegen sei, sagt Landkreis-Sprecher Martin Theine.

Während das Hören bei den Uelzener Einschulungskindern offenbar kein auffälligeres Problem darstellt, sieht es beim Sprachvermögen etwas anders aus. Hier wurden 64,3 Prozent der untersuchten Uelzener Kinder als unauffällig eingestuft. Was im Umkehrschluss aber bedeutet, das fast jedes dritte Kind durchaus Sprachauffälligkeiten aufwies. Bei 6,8 Prozent, so Theine, wurde zudem ein weiterer Abklärungsbedarf gesehen. In sprachtherapeutischer Behandlung befanden sich bereits 14,5 Prozent der Uelzener Einschulungskinder.

Im Vergleich zum Landesdurchschnitt wurde bei den Uelzener Kindern derweil seltener Übergewicht oder Adipositas diagnostiziert. 7,1 Prozent der künftigen Grundschüler hatten derlei Gewichtsprobleme – niedersachsenweit sind es 9,8 Prozent. 76 Prozent der in Uelzen untersuchten Kinder hatten Normalgewicht. Was die fein- und grobmotorischen Fähigkeiten angeht, liegen die Uelzener Kinder ebenfalls über dem Landesdurchschnitt: Bei der Grobmotorik haperte es bei 17,5 Prozent, bei der Feinmotorik waren 19,8 Prozent auffällig.

Die meisten Auffälligkeiten, die der weiteren fachärztlichen Abklärung bedurften, seien beim Sehvermögen festgestellt worden, so Theine. Dieser Trend bestehe auch niedersachsenweit. „Die Ergebnisse machen deutlich, wie wichtig die Schuleingangsuntersuchung neben den von den Krankenkassen finanzierten Vorsorgeuntersuchungen ist“, bilanziert der Landkreis-Sprecher. Die Trends würden vom kinder- und jugendärztlichen Dienst des Gesundheitsamtes weiter beobachtet.

Von Ines Bräutigam

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