„Deutscher Lernatlas“: Uelzen punktet im Ausbildungsbereich / Defizite in Mathe

Spitzenplatz bei Lehrstellen

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Platz 52 von 75 Regionen: Der Kreis Uelzen liegt in einer aktuellen Studie der Bertelsmann-Stiftung im hinteren Mittelfeld. Untersucht wurden aber nicht nur schulische Leistungen, sondern auch das soziale, berufliche und persönliche Lernen.

Uelzen/Landkreis. Die Einwohner des Kreises Uelzen sind überdurchschnittlich sozial engagiert, eifrige Mitglieder in Freiwilligen Feuerwehren und politisch interessierter als in vielen anderen Regionen Deutschlands.

Dagegen ist die durchschnittliche Kompetenz der Schüler beim Lesen, in Mathematik und Naturwissenschaften vergleichsweise schlecht. Das sind einige der Ergebnisse einer aktuellen Studie der Bertelsmann-Stiftung aus Gütersloh.

Diese hat im „Deutschen Lernatlas 2011“ untersucht, wie die Bedingungen für lebenslanges Lernen in den 412 deutschen Landkreisen und kreisfreien Städten aussehen. Dabei belegt Uelzen in der Kategorie „Kreise im ländlichen Raum“ den 52. Platz von insgesamt 75 Regionen. Sieger wurde hier der Kreis Miesbach (Bayern). Die Wissenschaftler gingen beim „Lernatlas“ aber nicht allein der Frage nach, wie gut die Schüler lesen, schreiben und rechnen können. Sie untersuchten auch, wie ausgeprägt das berufliche, soziale und persönliche Lernen in einer Region ist.

• Positive Bewertungen: Besonders punkten kann der Kreis Uelzen im sozialen Bereich. Das Engagement für Kinder und Jugendliche (Platz 21) oder ältere Menschen (Platz 32) ist ausgeprägt. Die Wahlbeteiligung (Platz 16) liegt ebenfalls über dem Durchschnitt, ebenso die Mitgliedschaft in Freiwilligen Feuerwehren (Platz 15).

Sein bestes Ergebnis erzielt der Kreis Uelzen bei den Lehrstellen. Hier ist der Prozentsatz der jungen Menschen ohne Aussicht auf einen Ausbildungsplatz sehr gering (Platz 12). Auch beim persönlichen Lernen schneidet die Region vergleichsweise gut ab. So sind die Teilnahme an Volkshochschulkursen zur persönlichen Weiterbildung (Platz 25) und der Prozentsatz der Haushalte mit schnellem Internetzugang (Platz 16) überdurchschnittlich hoch.

• Negative Bewertungen: Nicht so aufgeschlossen stehen die Bewohner des Kreises Uelzen indes dem kulturellen Angebot gegenüber. Das zeigen die Ergebnisse bei der Zahl der Museumsbesuche (Platz 55) sowie der Theater- und Konzertbesuche (Platz 49) in der Region. Defizite zeigt der „Lernatlas“ auch bei den schulischen Leistungen im Kreis auf. So belegen die Kinder und Jugendlichen auf dem Gebiet der naturwissenschaftlichen und der mathematischen Kompetenz jeweils nur Platz 69.

Sehr gering ist zudem der Prozentsatz der 20- bis 24-Jährigen mit höherem Schulabschluss (Platz 71). Ernüchternd sieht es auch bei der Zahl der Einrichtungen in der Jugendarbeit pro Einwohner aus (Platz 68).

Im Ranking aller Regionen zeigt sich, dass die besten Lernbedingungen offenbar in Bayern herrschen. Bei den Großstädten siegt München, in der Kategorie der Klein- und Mittelstädte liegt Bamberg vorne und bei den Kreisen im verdichteten Umland belegt Würzburg Platz eins. Alle Ergebnisse gibt es unter www.deutscher-lernatlas.de.

Von Bernd Schossadowski

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