Langfristige Planung: Erweiterung zwischen Ripdorf und Molzen im Blick

Ein Spiegelbild des Hafens

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Vor allem Schüttgüter wie Getreide und Kohle werden im Uelzener Hafen umgeschlagen – weil hier die Industrieflächen allmählich knapp werden, gibt es Pläne, das bestehende Hafengebiet auf die andere Seite des Elbe-Seitenkanals zu spiegeln und somit zu erweitern.

Uelzen. Uelzen ist eine Hafenstadt – vielen ist das auf den ersten Blick gar nicht richtig bewusst. Wer aber einen zweiten Blick riskiert, und zwar auf die Westseite des Elbe-Seitenkanals, der erkennt, dass sich dort eine Reihe von schlagkräftigen Unternehmen befindet.

Doch für die wird es langsam, aber sicher eng.

„Die vorhandenen Flächen im Uelzener Hafen sind fast vollständig ausgeschöpft“, weiß Marlis Kämpfer, Leiterin der Wirtschaftsförderung „Uelzen aktiv“. Anfragen auf weitere Flächen werden von Unternehmen aber immer wieder gestellt – vor diesem Hintergrund überlege man derzeit, wo noch Platz geschaffen werden könne, so Kämpfer. Im Visier haben Stadt, Landkreis und Wirtschaftsförderung zurzeit eine rund 110 Hektar große Fläche Nadelwald, genau auf der gegenüberliegenden Seite des Elbe-Seitenkanals, nördlich von Ripdorf.

„Man könnte den vorhandenen Hafen qausi auf die andere Seite des Kanals spiegeln“, erklärt Marlis Kämpfer die Vision. Der aktuelle Entwurf des Regionalen Raumordnungsprogramms sieht auf der Ostseite des Kanals bereits die Festlegung eines sogenannten „Vorranggebietes industrielle Anlagen und Gewerbe“ vor. „Das sind natürlich Planungen, die über Jahre laufen“, betont Marlis Kämpfer, dass nicht von heute auf morgen zwischen Ripdorf und Molzen die Gewerbebetriebe wie Pilze aus dem Boden schießen werden. „Aber damit kann und muss man Vorsorge betreiben.“

Denn die Zahlen der UHU – der Uelzener Hafenbetriebs- und Umschlagsgesellschaft – sprechen eine deutliche Sprache: 2009 wurden 225 000 Tonnen Güter umgeschlagen, 2011 waren es 322 000 Tonnen und im vergangenen Jahr 272 000 Tonnen. „Trotz der jährlichen Schwankungen“, so Kämpfer, „geht der Trend insgesamt eindeutig nach oben.“ Und vor dem Hintergrund, Uelzen als trimodalen Standort weiter auszubauen – der also per Straße, Schiene und Wasserstraße erreichbar ist – und den Anschluss an das gesamte europäische Binnenwasserstraßennetz zu stärken, sei die Entwicklung des Hafens nur allzu folgerichtig.

Vor allem Schüttgüter wie Getreide und Kohle – an Letzterer hat vor allem die hiesige Zuckerfabrik einen großen Bedarf –, aber auch Holz werden im Uelzener Hafen verladen. Der Kanal verbindet die Uhlenköperstadt in Tagesreisen mit den Seehäfen Hamburg und Lübeck sowie den Industriezentren Hannover, Braunschweig, Salzgitter und Magdeburg. Der 400 Meter lange Kai bietet acht Schiffen Platz zum Anlegen.

Von Ines Bräutigam

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