Die Menge singt und tanzt

Spider Murphy Gang rockt die Uelzener Jabelmannhalle

Zum Oktoberfest in der Jabelmannhalle lässt es die Spider Murphy Gang krachen. Die Musiker haben auch ihre bekannten Ohrwürmer „Skandal im Sperrbezirk“ und „Schickeria“ im Gepäck.
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Zum Oktoberfest in der Jabelmannhalle lässt es die Spider Murphy Gang krachen. Die Musiker haben auch ihre bekannten Ohrwürmer „Skandal im Sperrbezirk“ und „Schickeria“ im Gepäck.

Uelzen – So sind Rock‘n’Roll-Fans. „Bist du von der Stasi – oder was?“, wird der Mann mit Stift und Block lächelnd gefragt, als er im Publikum steht und den Auftritt der „Spider Murphy Gang“ in der Jabelmannhalle verfolgt.

Nein, er macht sich nur Stichworte während dieses doch klassischen Rock-‘n’-Roll-Konzerts. Zwei Gitarren, Bass, Schlagzeug, Piano und Saxophon – die Spider Murphys lassen es in der mehr als gut gefüllten Halle zum Oktoberfest krachen. Die Musik stampft und rollt, der Auftritt ist sehr gut abgemischt. Und Bandleader Günther Sigl, immerhin schon 72 Jahre alt, singt, als gäbe es die Spider Murphys nicht schon mehr als 40 Jahre.

Die Münchener Kapelle, die Anfang der achtziger Jahre ganz eigenständig in der „Neuen Deutschen Welle“ ihre größten Erfolge feierte, bringt die Menge zum Mitsingen und Tanzen. Da werden beim Twisten die Knie gedreht und Beine und Oberkörper wippen im Takt der Musik.

Mitgesungen wird übrigens auch – eingefleischte Fans erweisen sich auch bei weniger bekannten Titeln der bayerischen Mundart mächtig. „Ihr seid ein super Publikum. Vielen Dank für die Einladung“, sagt Sigl vor dem letzten Stück in der Zugabe – „Mir san a bayerische Band“. Da haben die sechs Musiker aus München schon zwei Stunden zeitlose deutsche Rockmusik in den Knochen, einschließlich Gitarren-, Saxophon- und Schlagzeugsoli.

Es gibt warme Worte für Chuck Berry, einen Pionier des Rock‘n’Roll. Und es gibt die bekannten Ohrwürmer der Spider Murphys: „Skandal im Sperrbezirk“, „Schickeria“, „Radio, Radio“ oder auch „Peep peep“ und „Mit ‘n Frosch im Hois und Schwammerl in de Knia“ im altehrwürdigen Trucker-Sound.

„Wollt’s ihr noch mehr Rock‘n’Roll hören?“, ruft Sigl vor der Zugabe ins Publikum. Da gibt es „Herzklopfen“ – und schließlich „Mir san a bayerische Band“. Mit Kultstatus, gewiss. Und keineswegs zu Unrecht. Die Rock‘n’Roll Schuas, die sie auch besingen, sind ihnen auch nach mehr als 40 Jahren nicht zu groß geworden.

VON CHRISTIAN HOLZGREVE

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