Neues Abfallwirtschaftskonzept sieht Änderungen vor

Sperrmüll: Abfuhr bald auf Abruf

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Sperrmüllchaos in Uelzen: Anblicke wie diese will der Abfallwirtschaftsbetrieb des Landkreises zukünftig vermeiden.

Uelzen/Landkreis. Sperrmülltourismus, herumfliegender Müll, Elektrogeräte, die eigentlich gar nicht abgefahren werden: Die bisherige Regelung der Sperrmüllabfuhr hat im Landkreis und besonders in der Stadt Uelzen schon für reichlich Unmut gesorgt.

Mit dem neuen Abfallwirtschaftskonzept, das jetzt veröffentlicht wurde, will der Landkreis nun Abhilfe schaffen. Größte Änderung: die Abschaffung der Straßenabfuhr zugunsten einer Abrufabfuhr.

Diese soll für Einfamilienhaus einmal im Jahr kostenlos möglich sein, Mehrfamilien – sprich Mietshäuser – können sogar mehrere Termine pro Jahr für die Sperrmüllabfuhr vereinbaren, heißt es in dem Konzept. Jede weitere Abfuhr wird dann gebührenpflichtig, wobei die Höhe der anfallenden Gebühren im Konzept noch nicht erörtert wird. Die Infrastruktur für die Verwaltung der Abrufe sei bereits vorhanden.

Ferner soll sich auch die Vorgehensweise bei der Abfuhr verändern. Statt wie bisher üblich Altholz, Restsperrmüll sowie Elektroaltegräte und Altmetall separat abzuholen, soll dies in Zukunft simultan und mit mehreren Fahrzeugen – aber reduziertem Personalbesatz – geschehen. Auch Kleingeräte sind davon inbegriffen.

Für die Bürger ergebe sich so der Vorteil, dass sie sämtlichen sperrigen Abfall auf einen Schlag loswerden können. Auch das Chaos durch fälschlich abgestelltes Sperrgut könne dadurch vermieden und die Erfassungsquote für Elektroaltgeräte erhöht werden, heißt es im Konzept.

Eine weitere gravierende Änderung in der Abfallwirtschaft ist die Einführung der Gelben Tonne. Auch diese ist im neuen Konzept flächendeckend für den Landkreis vorgesehen.

Wann die Umsetzung erfolgt, ist noch nicht klar. Zunächst müssen die Ergebnisse der gerade beendeten öffentlichen Auslegung analysiert und gegebenenfalls Änderungen vorgenommen werden. „Ziel ist, das Konzept dieses Jahr auf den Weg zu bringen – das heißt konkret den politischen Gremien des Landkreises zur Beratung und anschließenden Beschlussfassung vorzulegen“, so Landkreissprecher Martin Theine. Die Einführung der Gelben Tonne wird sich allerdings etwas verzögern. Die ursprüngliche Forderung des Landkreises, die gelbe Tonne bereits zum Jahreswechsel einzuführen, habe der Systembetreiber DSD abgelehnt. Erst mit Inkrafttreten des Verpackungsgesetzes am 1. Januar 2019 kann der Landkreis die Einführung einer Gelben Tonne in einer sogenannten Rahmenvorgabe vorgeben, die dann im derzeit laufenden Ausschreibungszeitraum 2019 bis 2021 eingeführt werden kann.

Von Steffen Schmidt

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