Sperren auf Probe

RalfMunstermann

Uelzen - Von Marc Rath. In die Diskussion um die Erweiterung der Fußgängerzone in die Veerßer Straße kommt kurz vor der Sitzung des Stadtrates am nächsten Montag noch einmal Bewegung: Der neue Sprecher der SPD/FDP-Mehrheitsgruppe, Ralf Munstermann, kündigt an, dass Sozial- und Freidemokraten dem Vorschlag der Verwaltung folgen werden, ihn aber etwas abändern wollen.

SPD und FDP plädieren nunmehr für einen zwölfmonatigen Testlauf einer Sperrung der Veerßer Straße für den Autoverkehr im Bereich Altes Rathaus bis zur Turmstraße, bevor über Investitionen entschieden werden soll. „Wir sollten Monat für Monat auswerten“, ist der neue SPD-Fraktionschef für eine sorgsame Prüfung: „Alle derzeitigen Argumente sind Vorhersagen, die nicht exakt bewiesen werden können.“

Die Verwaltung hatte zuletzt vorgeschlagen, bis zum Herbst den Bereich zu sperren, währenddessen bereits Anträge auf eine EU-Förderung für den Umbau gestellt, der im Frühjahr beginnen sollte. Das Bauamt geht von Umbaukosten von 200 000 Euro aus und hofft auf eine 75-prozentige Förderung aus dem Ziel-1-Programm.

Während dieser Zeit sollen unter anderem mehrere Bänke aufgestellt werden und Gastronomie- und Imbiss-Betrieben die Möglichkeit erleichtert werden, mit zusätzlichen Tischen eine Fußgängerzonen-Atmosphäre zu schaffen.

Parallel zu dem Testlauf setzt die Mehrheitsgruppe auf die Fortsetzung der Arbeitsgruppe Innenstadt. Deren Mitglieder aus Politik, Verwaltung, Interessen- und Nutzergruppen sollen die konkrete Ausgestaltung der Fußgängerzone beraten. „Wir nehmen alle Argumente sehr ernst“, betont Munstermann. Dazu zählt für ihn auch der Hinweis des Handelsvereins, eine Fußgängermeile floriere nur bei besonderen Anziehungspunkten: „Hier werden wir konkrete Ideen entwickeln, an denen sich alle beteiligen können. Wir wollen da etwas schaffen – mal sehen in welcher Form.“

Munstermann sieht in diesem Ansatz einen Kompromiss zwischen den verschiedenen Ansätzen der Veränderung. Die derzeitige Situation sei nicht länger hinnehmbar. Er hält auch ein Abwarten für eine Lösung nach der Konkretisierung der Bauprojekte in der Schuhstraße und am Marktplatz nicht für sinnvoll: „Eine Beruhigung der Veerßer passt bei jeder Variante.“

Der SPD/FDP-Gruppensprecher kündigt zudem einen Antrag für ein besseres Park-Leitsystem an. „Wir haben ausreichend Parkplätze in der Innenstadt“, die zu 60 Prozent ausgelastet seien. „Wir brauchen aber eine systematischere Lenkung, damit diese Plätze leichter zu finde sind“, ist Munstermann überzeugt.

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