Gewinn erwartet

Sparprogramm und Australien-Geschäft: Nordzucker im Aufwind

Das Geschäft mit der süßen Rübe – Nordzucker erwartet wieder einen Gewinn.
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Das Geschäft mit der süßen Rübe – Nordzucker erwartet wieder einen Gewinn.

Uelzen/Braunschweig – Das Unternehmen Nordzucker, dessen größtes deutsches Werk in Uelzen steht, kann in finanzieller Hinsicht verlorenen Boden wieder gut machen. Im vergangenen Geschäftsjahr 2019/20 fiel der Verlust mit 15 Millionen Euro geringer aus als erwartet.

Und: Für das aktuelle Geschäftsjahr wird sogar wieder ein Gewinn erwartet. „Wir sind wieder profitabel“, verkündete Vorstandschef Lars Gorissen bei der virtuellen Hauptversammlung der Nordzucker AG, die corona-bedingt ausschließlich online stattfinden konnte.

Die Entwicklung bei den Finanzen führt die Nordzucker AG vor allem auf ihr frisches Engagement in Australien zurück sowie auf ein aufgelegtes Sparprogramm mit dem Titel „Act Now!“ („Jetzt handeln!“). Wie Unternehmenssprecher Christian Kionka auf AZ-Nachfrage erklärte, wurde dabei der Verwaltungsbereich betrachtet – unter der Fragestellung, ob alle bisherigen Aufgaben noch nötig seien und wie sich Arbeiten vereinfachen ließen. Es sei, so Kionka, zudem ein „Freiwilligen-Programm“ aufgelegt worden, um Personalkosten zu reduzieren. Mitarbeiter erhalten dabei eine Abfindung, wenn sie freiwillig das Unternehmen verlassen. „Erfreulich hoch“ sei das Interesse an diesem Freiwilligen-Programm, sagt Kionka.

Zum Ziel hat sich Nordzucker gesetzt, jährlich etwa 40 Millionen Euro weniger auszugeben. Nach den Worten Kionkas soll das am Ende des Geschäftsjahres 2021/22 auch erreicht sein.

Nordzucker war durch einen Preisverfall unter Druck geraten. Im Geschäftsjahr 2018/19 hatte das Unternehmen einen Verlust von 36 Millionen Euro geschrieben und war parallel in die Überlegungen eingestiegen, wie sich Kosten senken lassen.

Insgesamt beschäftigt Nordzucker 3900 Menschen. Zu Kampagnenzeiten arbeiten davon etwa 300 in Uelzen. Inwieweit das Sparprogramm auch den hiesigen Standort betrifft und ob auch hier Mitarbeiter freiwillig gegangen sind, dazu sagt Kionka: „Grundsätzlich werden die Kosten auch in allen Werken geprüft“. Vor allem betroffen seien aber die Verwaltungen in Braunschweig und Kopenhagen. VON NORMAN REUTER

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