Kürzungsvorgaben der Stadt erschweren Arbeit und schmälern Erlöse der Betrieblichen Dienste

Spar-Diktat mit Konsequenzen

Auf dem Gelände der Betrieblichen Dienste in Uelzen wird derzeit Schreddergut zum Mulchen umgeladen. Doch viele Grünpflege-Arbeiten des städtischen Eigenbetriebs mussten wegen der Sparvorgaben zeitweise eingestellt werden. Foto: Schossadowski

Uelzen. Die Einsparungen, die der Uelzener Rat der Stadtverwaltung zur Erfüllung des Zukunftsvertrags auferlegt hat, wirken sich zwar positiv auf die Haushaltszahlen aus.

Doch die Kehrseite der Medaille bekommen die Betrieblichen Dienste der Stadt zu spüren: Deren Arbeit wird immer schwieriger. Viele Aufgaben, etwa die Grünanlagen-Pflege, können wegen der Sparvorgaben nicht mehr vollständig erfüllt werden. Zudem schrumpfen die Erlöse merklich. Nach einem mageren Überschuss im Vorjahr wird für 2014 sogar ein Minus erwartet.

Diese Entwicklung skizzierte Betriebsleiter Andre Schlothane, jetzt im städtischen Betriebsausschuss. „Wir hatten einen deutlichen Umsatzrückgang im November und Dezember, weil wir da nur noch die notwendigsten Grünpflege-Arbeiten, die zur Verkehrssicherung erforderlich waren, ausgeführt haben“, berichtete er.

Freigewordene Stellen seien entweder gar nicht oder deutlich verspätet besetzt worden, Saisonkräfte seien kürzer als geplant beschäftigt gewesen. Der erwirtschaftete Überschuss habe 2013 bei rund 37 000 Euro gelegen. „Wir hätten die Kapazität gehabt, ein besseres Ergebnis zu erzielen“, sagte Schlothane. Doch die Zahl der Aufträge von der Stadt Uelzen und dem Gebäudemanagement habe spürbar abgenommen.

Laut Ratsbeschluss durften die Betrieblichen Dienste im vorigen Jahr fünf Prozent weniger für die Grünanlagen-Pflege ausgeben, als für 2012 angemeldet worden war. 2014 kommen Einsparungen von weiteren fünf Prozent hinzu – die Ausgaben-Deckelung gegenüber 2012 beträgt somit bereits zehn Prozent. „Für uns ist das ein ganz schöner Schluck aus der Pulle“, sagt Schlothane und mahnt: „Sparsamkeit entspricht nicht immer Wirtschaftlichkeit.“

Dadurch, dass Arbeiten abgebrochen wurden oder ganz wegfielen, sei bei den Betrieblichen Diensten ein Unterhaltungsstau aufgebaut worden. „Wenn man den nachher wieder abbauen will, ist das oft teurer und kostet mehr Zeit, als wenn man die Grünanlagen regelmäßig pflegen würde“, erläutert Schlothane im AZ-Gespräch. Als Beispiele nennt er den gestoppten Feldheckenschnitt und den Verzicht auf Laubbeseitigung. Das werde in diesem Frühjahr zu einem höheren Aufwand für die Betrieblichen Dienste führen.

Gleichzeitig steigen laut Schlothane die Energiekosten und die Löhne. „Die Schere geht auseinander“, warnt er. „Wir wollen das kompensieren, indem wir neue Auftragsgebiete erschließen, zum Beispiel in der Straßenunterhaltung.“

Auch wenn keine betriebliche Kündigungen geplant sind, sieht die Prognose der Betriebsleitung wenig rosig aus: Infolge der Mittelkürzungen gebe es „erhebliche Risiken für die zukünftige Geschäftsentwicklung der Betrieblichen Dienste“.

Von Bernd Schossadowski

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare