Berufsschüler schicken Fotos von Protest-Aktionen in ganz Niedersachsen an das Kultusministerium

Sorge um Unterrichtsqualität

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Mit Pappe und Plakaten machen die Schüler des beruflichen Gymnasiums auf ihre Meinung aufmerksam.

Uelzen. Dass künftig Klassenfahrten ausfallen könnten, befürchten die Schüler des beruflichen Gymnasiums an den Berufsbildenden Schulen I in Uelzen.

Mit ihrem Protest während einer Unterrichtsstunde Montag Vormittag wollten rund hundert Jugendliche an den BBS I darauf aufmerksam machen, dass sie durch die Entscheidung des Landtags über den Bildungsetat für 2014 um eine Senkung des freiwilligen Angebots an Schulen und um die Unterrichtsqualität fürchten. „Wir haben Angst, dass die Bildungsqualität nachlässt“, erklärt Niklas-Johannes Günther von der Schüler-Union, und dazu zählt er nicht nur Klausuren und Unterricht, sondern auch Klassen- und Kursfahrten.

Am vergangenen Freitag war, wie berichtet, mit rot-grüner Mehrheit in Hannover im Rahmen des Bildungspakets beschlossen worden, die Zahl der Unterrichtsstunden von Gymnasiallehrern von 23,5 auf 24,5 Stunden pro Woche zu erhöhen. Uelzener Lehrer hatten in der vergangenen Woche gemeinsam mit Eltern- und Schülervertretern deutlich gemacht, dass mit dieser einen Stunde noch weitere Stunden an Arbeitsaufwand verbunden seien. Die Uelzener Beteiligten hatten dabei angekündigt, dass sie deshalb nicht auf Klassenfahrten verzichten wollen – im Gegensatz zu vielen anderen Lehrern in Niedersachsen.

Niklas-Johannes Günther und Jan-Christoph König, der ebenfalls in der Schüler-Union aktiv ist, haben jedoch ihre Zweifel daran. Mit Plakaten mit den Aufschriften „So, wie es war, war’s doch gut“ und „Bildungswillkür – shut up“ erklären sie, dass sie auch weiterhin Klassen- und Kursfahrten für wichtig halten. „Wir befürchten, dass die Lehrer eine Stunde mehr bekommen und wir darunter leiden müssen“, sagt Jan-Christoph König. Auch wenn die Erhöhung der Unterrichtsstunden von Gymnasiallehrern schon beschlossene Sache ist, wollen sie nicht nachgeben und gemeinsam mit dem Landesverband der Schüler-Union klarstellen: „Wir wollen trotzdem erreichen, dass nicht an uns gespart wird“, sagt Niklas-Johannes Günther. Mit dem Boykott während einer Unterrichtsstunde haben sie sich offenbar keinen Ärger mit ihren Lehrern eingehandelt, erklärt er, im Gespräch mit einigen sei deutlich geworden, dass sie die Ansicht der Schüler teilen.

Die Schüler-Union will die Fotos von einzelnen Protest-Aktionen an Schulen sammeln und an das niedersächsische Kultusministerium senden, berichten die Jugendlichen aus dem elften Jahrgang.

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