Sonntags geschlossen

Gesetzesänderung in Niedersachsen verhindert künftig Adventsausstellungen in Uelzen

Die traditionelle „Advent im Trend“-Ausstellung darf beim „Blumenzentrum Hoppe“ in Veerßen im kommenden Jahr wegen einer Gesetzesänderung nicht mehr an einem Sonntag stattfinden. Foto: privat
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Die traditionelle „Advent im Trend“-Ausstellung darf beim „Blumenzentrum Hoppe“ in Veerßen im kommenden Jahr wegen einer Gesetzesänderung nicht mehr an einem Sonntag stattfinden.

Uelzen – Christian Hoppe ärgert sich. Aufgrund einer Gesetzesänderung in Niedersachsen kann der Inhaber des „Blumenzentrums Hoppe“ in Veerßen seine „Advent im Trend“-Ausstellung im kommenden Jahr in der vorweihnachtlichen Zeit nicht mehr an einem Sonntag veranstalten.

„Die Ausstellung ist eine Möglichkeit, uns einmal im Jahr einer breiten Öffentlichkeit zu präsentieren. Zuletzt hatten wir 1500 Besucher“, sagt der Inhaber der Einzelhandelsgärtnerei, der die Adventsausstellung seit mehr als 26 Jahren an Sonntagen ausrichtet.

Ausnahmen, wie ein verkaufsoffener Sonntag mit einer Öffnungszeit von fünf Stunden, sind für einzelne Verkaufsstellen von Januar 2020 an in Niedersachsen nur noch möglich, sofern ein herausragender Anlass bestehe. „In der Gesetzesbegründung wird zu dem herausragenden Anlass ausgeführt, dass es sich um einen auf die Verkaufsstelle abgestellten Sachgrund handeln muss. Als Beispiel wird das klassische Firmenjubiläum (wie 25-, 50-, 75-jähriges Bestehen) genannt“, erklärt Stadtpressesprecherin Ute Krüger.

Ole Beeker, Inhaber der Uelzener Gartenschule „Pur Natur“ an der Celler Straße, muss wegen der neuen Regelung nach eigener Aussage auf fünf Sonntagsveranstaltungen im kommenden Jahr verzichten, darunter auch die offenen Gärten. „Wir fügen uns. Es bringt auch nichts, reine Tage nur zum Schauen anzubieten. Wenn die Kunden uns besuchen, möchten sie auch etwas kaufen“, sagt Beeker, der seine Veranstaltungen daher künftig nur noch an Sonnabenden ausrichten will.

Sandra Martens, Inhaberin der „Meyerholz Baumschule“ in Veerßen, verzichtet schon länger auf Sonntagsveranstaltungen. „Es rechnet sich nicht mehr“, sagt die Inhaberin. Auch Iris Kohn, Inhaberin der „Kohn Floristik“ in Uelzen, führt keine Veranstaltungen an Sonntagen mehr durch. „Wir sind vor drei Jahren von einer Kanzlei abgemahnt worden wegen einer Sonntagsveranstaltung. Seitdem beschränken wir uns auf Sonnabende“, so Kohn.

Wie die Hansestadt Christian Hoppe weiter mitteilte, könne seine Firma an den zwei vom Handelsverein geplanten verkaufsoffenen Sonntagen (5. April und 25. Oktober 2020) teilnehmen. Andere Bundesländer geben sich bei den Öffnungszeiten an Sonntagen übrigens deutlich flexibler. So sind zum Beispiel in Bayern längere Öffnungszeiten am Totensonntag und Volkstrauertag möglich. Hoppe: „Ärgerlich, dass es Deutschland nicht schafft, hier einheitliche Gesetze zu schaffen.“

VON TIMO HÖLSCHER

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