Uelzener Verein Tikaré baut Ausbildungszentrum für Solartechnik in Burkina Faso

Sonnenenergie für Westafrika

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Das Fundament für das Solarenergie-Zentrum in Tikaré steht, nun beginnen die Mauerarbeiten.

sh Uelzen/Tikaré. Der Tikaré Verein Uelzen hat das Großprojekt Ausbildungszentrum für Solarenergie im westafrikanischen Tikaré (Burkina Faso) erfolgreich abgeschlossen.

Die Niedersächsische Bingo-Umweltstiftung hat das 38.000 Euro teure Projekt zum größten Teil gefördert, den Rest hat der Tikaré-Verein in Eigenleistung erbracht.

Der Tikaré-Verein sieht in der Verbreitung der angepassten Nutzung der Solarenergie in Westafrika eine große Chance zur Verbesserung der Lebensbedingungen der Menschen dort. „Stromenergie ist die Grundlage für jede Art von modernem Leben – man braucht ihn für alles: vom Wasserkocher bis zum Handy“, erklärt der erste Vorsitzende Hans Peter Hauschild. „Es passiert in Tikaré häufiger, dass der Strom einfach mal acht Stunden weg ist.“

Vor Ort packen die Einheimischen kräftig mit an, viele Arbeiten können in Eigenleistung durchgeführt werden.

In dem gebauten Solarenergie-Zentrum in Tikaré können neben Selbstbaukursen für Solarenergie-Systeme in Zukunft auch Aus- und Weiterbildungskurse für Hauselektriker in Solartechnik stattfinden. Dann können sie größere Anlage planen, bauen und warten. Hauschild erklärt, warum Solaranergie für die Menschen in Tikaré ideal ist: „Nach einer einmaligen Investition ist der Betrieb einer Solaranlage komplett umsonst – und Sonne gibt es in Burkina Faso sehr viel.“

Eine Berufsausbildung wie in Deutschland ist in Burkina-Faso kaum vorhanden. Es geht nicht nur um praktische Montagearbeiten, sondern auch um neue Kenntnisse zur Elektrizität und Photovoltaik. Im Februar vergangenen Jahres wurden die ersten Baumaterialien gekauft: Sand, Kies, Zement und Baustahl. Überwiegend in Eigenleistung des Partnervereins ASP (Association Sor-Pukya/Zusammen zur Selbsthilfe) begannen die Fundamentarbeiten. Für die Mauern stellten die ASP-Mitglieder die Betonziegelsteine selber her.

Dann ging es ans Mauern. Die Hilfsarbeiten erledigten Mitglieder des ASP, Facharbeiten wurden vom ASP aus Eigenmitteln finanziert. Ein durch eine Spende finanzierter VW Caddy brachte die Materialien per Schiffstransport über Hamburg und Tema in Ghana nach Tikaré. Als der Rohbau fertig war, kam die Regenzeit und damit eine mehrmonatige Baupause.

Es folgten die Maler- und Putzarbeiten, dann wurde die Hauselektrik verlegt. Zur Stromversorgung wurde eine Solaranlage auf dem Dach der Ausbildungswerkstatt installiert. Die Solaranlage wurde vom Partnerverein „Lernen-Helfen-Leben“ finanziert und vom Ausbilder der Selbstbaukurse aufgebaut.

Noch im Bau befindet sich die Kläranlage für Toiletten und ein größerer Wassertank für die Wasserversorgung. Das Wasser kommt aus der Brunnen- und Pumpenanlage der benachbarten Hühnerfarm. „Das nächste Ziel ist, dass die Wasserpumpen auch mit Solarenergie betrieben werden können“, kündigt Hauschild an.

Im Rahmen des umgrenzten Werkstattgeländes werden noch einheimische Obstbäume wie Mango und Guaven gepflanzt. Geplant sind mittelfristig einige traditionelle Rundhütten als weitere Schlafmöglichkeiten für Teilnehmer zu errichten.

Der Tikaré-Verein Uelzen ist sich sicher: Nur wenn vor Ort Entwicklung stattfindet und die Zukunft lebenswert erscheint, ist das Verlassen der Heimat und die Auswanderung nach Europa nicht mehr die einzige Hoffnung.

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