Der Juni war trübe wie selten, unterkühlt und meist deutlich zu trocken

Sommer bleibt launisch

Blauer Himmel muss nicht immer mit strahlendem Sonnenschein einher gehen – das eine oder andere Gewitter wird die Uelzener in diesem Sommer wohl noch öfter begleiten. Foto: dpa

Uelzen/Landkreis. In den nächsten Tagen bleibt uns im Kreis Uelzen das von Schauern und Gewittern durchsetzte launische Sommerwetter mit Temperaturen um 25 Grad erhalten.

Das gilt auch für das Wochenende, das mit einem sonnig-trockenen Sonnabend beginnt und am Sonntag mit Blitz und Donner endet. Ab Montag lässt kühlere Meeresluft aus Frankreich die Temperaturen auf typisch norddeutsche Sommerwerte von 21 bis 23 Grad abgleiten, wobei Schauer und Gewitter nicht lange auf sich warten lassen. Auch über die kommende Woche hinaus ist ein stabiles Sommer-Sonnenhoch nicht in Sicht.

Gemäß der Siebenschläferregel soll sich das Schicksal des Hochsommers ja an einem einzigen Tag (27. Juni) entscheiden. Doch weil ein Tag nicht für den ganzen Sommer ausschlaggebend sein kann, sehen sich Meteorologen für eine Prognose die Witterung über zwei Wochen vom 27. Juni (Siebenschläfertermin vor der Kalenderumstellung 1582) bis zum 10. Juli an. In dieser Zeit ist die Erhaltungsneigung von Großwetterlagen nämlich besonders groß, so dass sich daraus Rückschlüsse auf die Folgewochen ziehen lassen.

Von besonderer Bedeutung ist dabei die Luftdruckverteilung vom gestrigen 5. bis zum 10. Juli, also um den eigentlichen Siebenschläfertermin (7. Juli) herum. So wie sich das Wetter in diesen Tagen zeigt, bleibt es mit einer Wahrscheinlichkeit von 70 Prozent in den kommenden vier bis sieben Wochen und damit im ungünstigsten Fall bis Ende August. Dazu die Wetterregel: „Wie die Siebenbrüder (10. Juli) das Wetter gestalten, so soll es noch sieben Wochen halten“. Damit ist ein wolkenreicher und immer wieder zu Gewitterschauern neigender Hochsommer auch in diesem Jahr wieder mal deutlich wahrscheinlicher als längere sonnige und trockene Badewetterperioden.

Der Juni legte einen kompletten Fehlstart hin. Selten war ein erster Sommermonat durch anhaltenden Tiefdruckeinfluss derart trübe, kühl und windig wie diesmal. Mit 130 bis 160 Stunden erreichte die Sonnenscheindauer zwischen Aller und Elbe nicht einmal Aprilniveau und damit den niedrigsten Wert seit 1991. Die übliche Frühsommerwärme der ersten Juniwoche fiel zugunsten der vorgezogenen Schafskälte komplett aus. Entsprechend wurden am 3. Juni auch die tiefsten Temperaturen des ganzen Monats mit Nachtwerten bis nahe null Grad gemessen.

Regional gab es sogar geringen Bodenfrost (Uelzen -1,2 Grad). Erst zum Monatsende bäumten sich die Temperaturen durch die Zufuhr subtropischer Mittelmeerluft massiv auf.

Trotz dieses versöhnlichen stimmenden Finales endete der Juni in Nordostniedersachsen noch um 0,7 bis 1,1 Grad zu kühl. Die überwiegend schauerartigen Niederschläge sorgten für eine sehr unterschiedliche Verteilung der Regenmengen. Den Vogel im Beobachtungsnetz des Kreises schoss eine Privatstation in Wriedel/Schatensen ab. Mit 89 Liter pro Quadratmeter (115 Prozent vom Soll) überstieg die Niederschlagsmenge hier deutlich das Flächenmittel, das im Kreisgebiet etwa ein Viertel bis zu einem Drittel hinter den Erwartungen zurückblieb.

Von Reinhard Zakzrewski

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