Busfahrten nur nach Anruf / Politik will keine Mehrkosten

Ab Sommer abgespecktes Liniennetz im Kreis

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Thorsten Kayser ist Geschäftsführer des Busberiebes Haller.

Uelzen. Die Kreispolitik hatte sich vorgenommen, das Busliniennetz im Landkreis Uelzen zu verbessern. Was die Einwohner ab August mit einem neuen Busliniennetz erwartet, ist aber ein deutlich abgespeckter Fahrplan.

Wer einen Bus nutzen will, so zeigt sich nach Vertragsunterzeichnungen zum Liniennetz in dieser Woche, muss sich gut informieren, ob der Bus regulär fährt oder er ihn zuvor ordern muss. Thorsten Kayser, Geschäftsführer des Busunternehmens Haller, das künftig das Liniennetz bedient, sagt: „Der Fahrgast muss seine Fahrten planen. “ Bedarfsverkehr ist das zentrale Thema des neuen Fahrplans. Rund 2,4 Millionen Kilometer legten bislang die Busse auf Trassen in einem Jahr zurück. Nach neuem Fahrplan werden es nur noch 1,6 Millionen Kilometer sein, die mit festen Verbindungen abgefahren werden. Bis zu 800 000 Kilometer können über den Bedarfsverkehr zum Tragen kommen. In der Praxis bedeutet das: Bestimmte Routen werden künftig nur dann abgefahren, wenn ein Fahrgast sich gemeldet hat. Oder: Es werden zu bestimmten Zeiten nur noch Teilstrecken abgefahren. Will jemand weiter fahren, so muss er sein Ziel mindestens eine Stunde vorher gemeldet haben. „Es wird eine zentrale Rufnummer geben“, so Thorsten Kayser.

"Es gibt nur Verlierer", meint AZ-Redakteur Norman Reuter.

Über das neue Busliniennetz erfolgt wie bisher auch die Schülerbeförderung im Landkreis. Im Zuge der politischen Beratungen sei den Bildungseinrichtungen das Busliniennetz vorgelegt und mit ihnen abgestimmt worden, erklärt Landrat Dr. Heiko Blume. Jetzt wird ihnen es noch einmal vorlegt. Die Schulen hätten Gelegenheit, ein weiteres Mal zu den Plänen Stellung zu nehmen, so der Landrat. Laut Haller-Geschäftsführer Kayser sei die Schülerbeförderung über den regulären festen Verkehr abgedeckt, wenn Schüler aber diese Busse verpassen, müssten sie wie alle anderen auch eine Bedarfsfahrt anmelden oder auf den nächsten regulären Bus warten.

Beschlossen wurde das neue Liniennetz und der Fahrplan von der Kreispolitik. Landrat Dr. Heiko Blume sagt dazu: Der neue Buslinienverkehr orientiere sich „stärker am tatsächlichen Bedarf“ und sei „damit insgesamt effizienter“. Bei den politischen Beratungen zum Netz spielte das sogenannte Tariftreuegesetz des Landes ein zentrale Rolle. Danach haben Unternehmen, die Aufträge der öffentlichen Hand bekommen, einen festgelegten Tarif zu zahlen. Bei einem unverminderten Fahrplan hätte dies zu Mehrkosten von 1,6 Millionen Euro für den Landkreis Uelzen geführt. Auch für Busbetriebe blieb das Gesetz nicht folgenlos.

Von Norman Reuter

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