Mitarbeiter des Rhönklinikums demonstrieren in Uelzen

Solidarität vor dem Rathaus

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Anne Hildebrand (links) vom Bezirksvorstand der Verdi und Mitglied des Betriebsrates im Klinikum mit ihrer Kollegin Stefanie de Vries, die aus Buchholz direkt vom Nachtdienst aus dem dortigen Krankenhaus zur Mahnwache nach Uelzen kam.

Uelzen. Großes Interesse bei den Passanten in der Uelzener Fußgängerzone erregte die Mahnwache inmitten des samstäglichen Markttreibens.

Die Gewerkschaft Verdi und Mitarbeiter des Uelzener Rhönklinikums protestierten, wie zur gleichen Zeit in Kiel, Northeim und Helmstedt, gegen Kündigungen von Mitarbeitern der Norddeutschen Klinikgruppe Damp.

Großen Zuspruch fand die Mahnwache am Sonnabend beim Wochenmarkt. Ohne den aktuellen Stand der Übernahmeverhandlungen zu kennen, setzten sich die Protestierenden bei der Mahnwache für die Kollegen.

Der Krankenhauskonzern Fresenius-Helios habe kurz nachdem er die Klinik-Gruppe in Damp übernommen hatte, in der vorletzten Woche etwa 1000 Beschäftigte der Zentralen-Service-Gesellschaften in der Norddeutschen Klinikgruppe Damp gekündigt, um die Streiks in der aktuellen Tarifrunde zu unterlaufen. Ein beängstigendes Signal für die rund 700 Mitarbeiter des Uelzener Klinikums, das zur Rhön-Klinikum AG gehört, die ebenfalls von Fresenius-Helios übernommen werden sollte. Ohne den aktuellen Stand der Übernahmeverhandlungen zu kennen, setzten sich die Protestierenden bei der Mahnwache für die Kollegen in Damp ein. „Wir wissen nicht, was kommt“, sagt Anne Hildebrand vom Bezirksvorstand, über die aktuellen Entwicklungen im Hinblick auf die Übernahme seien sie erst sehr spät aufmerksam geworden.

„Eigentlich hätten wir das schon bemerken können, als der Rhön-Konzern die Zukäufe kommunaler Krankenhäuser stoppte. Inzwischen hatte der Vorstand der Rhön-Klinikum AG das Scheitern des Übernahmeangebots, das bis Freitagabend verhandelt worden war, zu bedauern, weil, so Aufsichtsratsvorsitzender Eugen Münch, damit eine große Chance, zur gemeinsamen Gestaltung des deutschen Gesundheitsmarktes verpasst worden sei.

„Weil wir von der Richtigkeit solcher Veränderungen überzeugt sind, werden wir auch in Zukunft daran arbeiten, solche Modelle zu realisieren, andererseits sind nun alle Positionen bekannt und da sich am Anlass des Zusammenschlusses nichts geändert hat, werden sich schon schnell neue Lösungen bilden.“

„Wir kennen Sie doch aus dem Klinikum“, sagen ehemalige Patienten des Uelzener Klinikums und sind sofort zur Unterschrift bereit. „Es geht doch nicht, dass sie mit noch weniger Personal arbeiten sollen, wie das jetzt schon geschieht.“

Zum Teil verwundert, weil die Kartellbehörde, nicht eingreife, aber auch besorgt, wie es mit dem Klinikum weitergehen wird. „Werden wir dann noch ausreichend betreut, wenn wir auf eine Behandlung im Uelzener Klinikum angewiesen sind?“

„Wir wollen niemandem Angst machen“, sagt Betriebsratsmitglied Heidrun Ziemer, Stationsleiterin im Klinikum, „denn das Klinikum bleibt auf jeden Fall erhalten und wird weiterhin sorgfältig arbeiten.“

Von Angelika Jansen

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