Projekt-Pläne erstmals vorgestellt

Solar-Energie „made in Veerßen“: Neues Leben für Fläche zwischen den Bahnlinien

Auf dieser fast neun Hektar großen Fläche zwischen den Bahnlinien Uelzen-Stendal (vorne) und Uelzen-Hannover, die gerade ein ICE befährt, soll der „Solarpark Uelzen-Veerßen“ Strom für 1900 Haushalte produzieren.
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Auf dieser fast neun Hektar großen Fläche zwischen den Bahnlinien Uelzen-Stendal (vorne) und Uelzen-Hannover, die gerade ein ICE befährt, soll der „Solarpark Uelzen-Veerßen“ Strom für 1900 Haushalte produzieren.
  • Lars Becker
    VonLars Becker
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Im Uelzener Ortsteil Veerßen soll auf einer fast neun Hektar großen Fläche zwischen den beiden Bahnlinien Uelzen-Hannover und Uelzen-Stendal ein Solarpark entstehen, der dann bis zu 1900 Haushalte mit Öko-Strom versorgen kann.

Uelzen-Veerßen – Wo momentan „eingekesselt“ zwischen den beiden Bahnstrecken Uelzen-Stendal und Uelzen-Hannover der Roggen wächst, soll in absehbarer Zeit etwas ganz anderes „geerntet“ werden: Solar-Energie. Ernst von Estorff möchte auf besagter landwirtschaftlicher, fast neun Hektar großer Fläche westlich der Ortslage den „Solarpark Uelzen-Veerßen“ errichten lassen.

Damit das möglich wird, muss der Flächennutzungsplan geändert und parallel ein vorhabenbezogener Bebauungsplan aufgestellt werden. Betreiber soll die „NaturStromProjekte GmbH“ sein, eine Tochter der Naturstrom AG. Nach Angaben der Stadtverwaltung soll der Solarpark so viel Strom erzeugen können (etwa 6,2 Mega-Watt-peak/Spitzenleistung bei Photovoltaik-Anlagen), dass damit bis zu 1900 Haushalte versorgt werden können. Dieser Kalkulation liege eine Mischung aus Zwei- bis Vier-Personen-Haushalten zugrunde.

Politischer Entscheidungsprozess geht Dienstag weiter

Der entsprechende politische Prozess ist jetzt im Ortsrat Hansen/Veerßen angelaufen, der die Pläne von Ernst von Estorff – wiedergewählter Veerßer Ortsbürgermeister, der sich als „Betroffener“ der Debatte und Abstimmung enthielt –, ohne Gegenstimme befürwortete. Am Dienstag, 30. November, befasst sich nun der Bauausschuss mit dem Vorhaben. Nach der Beratung im Verwaltungsausschuss hat dann der Uelzener Stadtrat das letzte Wort.

Die Stadtverwaltung selbst betont, dass die Errichtung des Solarparks überwiegend positive Klima-Auswirkungen habe, „da die Stromerzeugung aus erneuerbaren und klimafreundlichen Energien gesteigert wird. Eine Verdrängung von fossilen Brennstoffen und eine Reduzierung des Ausstoßens von Treibhausgas ist zu erwarten. Positiv zu bewerten ist, dass für die Errichtung des Solarparks keine naturschutzfachlich wertvollen Flächen beansprucht werden.“

„Wollen alle Ökostrom nutzen, irgendwo muss er hergestellt werden“

Das liege daran, dass die landwirtschaftliche Nutzbarkeit angesichts der Lage zwischen den Bahnlinien und hinter der Bahnunterführung eingeschränkt sei. Die geplante Nutzung stehe deshalb auch nur wenig in Konkurrenz zur Lebensmittelproduktion. Der Solarpark würde eingezäunt, zwischen den Photovoltaik-Elementen sollen Schafe grasen und das Gras kurz halten.

„Auch das ist zwar ein Eingriff in die Natur, aber wer die Fläche kennt, der weiß: Das ist die maximal optimale Fläche dafür, weil es durch die Lärmschutzwand keine Auswirkungen für die Veerßer Bürger gibt. Wir wollen alle Ökostrom nutzen, irgendwo muss er hergestellt werden“, sagte Karsten Jäkel (CDU) im Ortsrat. Fred Müller von der SPD erklärte dazu: „Wir können uns der Begeisterung nur anschließen.“

Und was sagte Ernst von Estorff der AZ selbst zu seinem Projekt? „Einen konkreten Zeitplan gibt es noch nicht, weil das Thema ja zunächst einmal durch die Politik muss. Dann sind noch allerlei Gutachten einzuholen, wobei ich nicht weiß, wie lange das dauert. Den Roggen, der dort wächst, möchte ich auf jeden Fall noch ernten.“

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