„Altes Kreishaus“ als Baustelle

Sitz der Musikschule: Fachwerkgebäude in Oldenstadt ist sanierungsbedürftig

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Das Fachwerkgebäude in Oldenstadt wurde Anfang des 17. Jahrhunderts von Herzögen Braunschweig-Lüneburgs als Jagdhaus errichtet. Mehrfach wurde es modernisiert. Jetzt ist es wieder sanierungsbedürftig.

Uelzen-Oldenstadt – Es ist ein wuchtiger Fachwerkbau, dessen Geschichte bis ins 17. Jahrhundert reicht. Als Teil des historischen Zentrums in Oldenstadt diente er lange Jahre als Landratsamt. Heute ist das Gebäude Sitz der Musikschule für Kreis und Stadt Uelzen.

Auch Stadt- und Kreisarchäologe Fred Mahler forscht dort.

Der Landkreis Uelzen als „Hausherr“ wird in den nächsten Jahren Geld für den Fachwerkbau in die Hand nehmen müssen. Er ist sanierungsbedürftig, so der Befund, schildert Kreissprecher Martin Theine auf AZ-Anfrage.

Jüngst hatte Daniel Orthey als Leiter der Musikschule im Sport- und Kulturausschuss des Landkreises einen Eindruck vermittelt, was es heißt, in dem Gebäude zu unterrichten. Im Winter würden die Heizungen angeklopft. Und auch die Fenster seien nicht mehr die Neuesten. Die anstehende Sanierung ist also wünschenswert, die Musikschule stellt sich allerdings die Frage, ob während der Bauarbeiten in dem Gebäude Unterricht stattfinden kann oder nach Alternativen für diese Zeit gesucht werden muss.

Was den Zeitpunkt der Sanierung betrifft und das Ausmaß der Arbeiten, so kann der Landkreis noch keine genauen Aussagen treffen. Die Sanierung solle „mittelfristig erfolgen“, erklärt Theine. Die Frage, wie lange Handwerker dort dann tätig seien, hänge von dem Umfang der Arbeiten ab. Die Details müssten noch geklärt werden.

Erbaut wurde das Fachwerk-Ensemble von Herzögen als Jagdhaus, weiß Fred Mahler zu berichten. Anfang des 17. Jahrhunderts sei das gewesen. Ab Mitte des 19. Jahrhunderts diente das Gebäude als Landratsamt. Der Straßenname „Am alten Kreishaus“ erinnert daran. Später war dort auch ein Seniorenheim zu finden. Vor wenigen Jahren noch, bis zum Umzug ins Alte Rathaus in Uelzen, war in Oldenstadt die Kreisvolkshochschule zuhause.

Das genutzte Gelände hat eine lange Geschichte, sie reicht bis in 10. Jahrhundert zurück. Langhaus und Kirche in unmittelbarer Nähe sind Belege einer kirchlichen Nutzung. Unter anderem war dort ein Benediktinerkloster beheimatet.

Alte Fundamente von historischen Anlagen lassen sich noch bei einem Gebäude, das als Jugendbildungsstätte genutzt wird und direkt neben dem Fachwerkbau steht, ausmachen. In diese Jugendbildungsstätte hat der Landkreis unlängst investiert. Kreissprecher Theine berichtet von Arbeiten für einen besseren Brandschutz. Am Gebäude sei eine Stahlaußentreppe als weiterer Fluchtweg angebracht worden. Die Elektroninstallation sei erneuert und auch ein Rauchabzug eingebaut worden, so Theine. In diesem Zuge seien auch Malerarbeiten im Gebäude ausgeführt, neue Lampen installiert und die Duschen saniert worden.

VON NORMAN REUTER

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