„Tschingderassabum“

Das sinfonische Blasorchester des TBO Ebstorf gastierte im Theater an der Ilmenau

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Das TBO Ebstorf begeisterte mit einem bunten, 90-minütigen Programm mit Titeln aus Filmmusik und Klassik. 

Uelzen. „Roman, du bist ein echter Glücksfall für unser Orchester“ – mit diesem Lob an den langjährigen musikalischen Leiter des TBO drückte Sylvana Meyer aus, was am Sonnabend alle im Theater an der Ilmenau gedacht haben mögen.

Alle – das waren 47 Musiker im Alter zwischen 16 und fast 70 Jahren auf der Bühne und annähernd 700 Gäste im Saal. Per „Applausometer“ hatte die flott den Abend moderierende Klarinettistin zuvor ermittelt, dass die Mehrzahl der Konzertbesucher Fans des TBO sind, mehrheitlich nicht zum ersten Mal einem Auftritt des Orchesters beiwohnen und zumeist aus Ebstorf ins Theater gekommen waren.

Doch auch einige Kreisfremde waren dabei und auf die Frage „Wer ist das erste Mal auf einem Konzert des TBO“ gab es etliche geklatschte Meldungen. Für Sylvana Meyer ein Indiz für die Beliebtheit ihrer Mit-Musikanten, die diesen Auftritt unter das Motto „Tschingderassabum“ stellten. Und es gab viel Tschingderassabum, was der Duden als „lautmalend für den Klang von Becken und Trommel“ definiert.

Leitete das Jugendorchester: Isabella Lyszkowski.

Eingangs zeigte das TBO-Jugendorchester, dirigiert von Isabella Lyszkowski, eindrucksvoll, was musikalische Früherziehung bewirken kann. Es war eine Freude, diese große Anzahl junger Menschen zu sehen, die sich dem gemeinsamen Musizieren verschreiben.

Mit einem Dank an den Mann der DEKRA, der die Bühne des Theaters termingerecht für das traditionelle Novemberkonzert des TBO freigegeben hatte, leitete Sylvana Meyer den Abend mit dem „großen“ Orchester ein, wies auch auf das spezielle Outfit der männlichen Orchester-Mitwirkenden hin: Sie alle trugen blaue Socken. Wollten die Männer mit diesem Hingucker ausgleichen, dass sie mit 20 gegenüber 27 weiblichen Musikanten in der Minderzahl waren?

Viel Lob gab es für den musikalischen Leiter Roman Wnuck.

Auf jeden Fall war es ein optischer Beleg dafür, was das Orchester dann in den folgenden anderthalb Stunden bot: Ein buntes Programm mit Titeln aus Film und Klassik, mit Swing- und Rockabilly-Anteilen. Taktexakte Einsätze, brillante Soli, schmetternde Trompeten und Hörner, sanft unterstrichen von Flöten und Klarinetten, abgerundet mit den Klängen von Tenor-, Alt- und Bariton-Saxophonen, rhythmisch unterstützt von dem vierköpfigen Schlagwerk-Team – es war für jeden Liebhaber orchestraler Blasmusik eine Wonne, zu hören, wie das TBO Brahms Ungarischen Tanz Nr. 5 interpretierte, bei „Silverado“ an Cowboys und Indianer denken ließ, mit Irving Berlins „Puttin‘ on the Ritz“ in die 30er-Jahre entführte. Als Solistin der besonderen Klasse trat die Violonistin Julia Schmidt ins Rampenlicht.

Im zweiten Teil des Abends begeisterte dann JP King mit seinen Rock’n-Roll-Darbietungen.

Von Folkert Frels

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