33 Jahre Arbeit in der Suchtselbsthilfe: Diakonie zeichnet Therese Machner aus

„Sie machen Menschen Mut“

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Therese Machner aus Groß Liedern präsentiert stolz das Goldene Kronenkreuz der Diakonischen Werke, mit dem sie gestern von Propst Jörg Hagen (links) und Gabriel Siller, Geschäftsführer des Diakonieverbandes Nordostniedersachsen, geehrt wurde.

Uelzen/Landkreis. So mancher Oldenstädter mag sich gewundert haben. Um 15 Uhr läuteten gestern die Glocken der Klosterkirche.

„Das ist kein Traum, sondern etwas Außergewöhnliches“, erklärte Jörg Hagen, Propst des evangelisch-lutherischen Kirchenkreises Uelzen, die Klänge zu ungewöhnlicher Stunde. Denn es gab etwas zu feiern in der altehrwürdigen Kirche: Für 33-jährige Tätigkeit in der ehrenamtlichen Suchtselbsthilfe der Diakonie in Uelzen wurde Therese Machner das Goldene Kronenkreuz, die höchste Auszeichnung der Diakonischen Werke, verliehen.

„Es ist ein besonderes Zeichen für das Engagement zugunsten der Nächsten“, lobte Hagen bei der Feierstunde vor mehr als 50 Gästen und dankte Therese Machner. Die 74-Jährige aus Groß Liedern habe „mit großer Kraft und geradezu unermüdlicher Energie“ anderen Menschen geholfen und dabei das Leitmotiv der diakonischen Arbeit vorgelebt: „Hoffnung und tätige Nähe können Elend und Not überwinden.“

Es sei im Jahr 1976 gewesen, als Therese Machner an einer „Wendemarke ihres Lebens“ angekommen sei, „der Krankheit des Alkoholkonsums“, erinnerte Hagen. Doch mit Hilfe ihres Glaubens habe sie die Kraft gefunden, mit dem Trinken aufzuhören. Zuerst habe sie sich bei den Guttemplern engagiert, später beim Diakonischen Werk des Kirchenkreises Uelzen.

„Sie gehören seit damals zur Kerntruppe der Suchthilfe und haben sehr viel Gutes getan“, sagte Hagen. In zahllosen Beratungen und Begegnungen habe Therese Machner Woche für Woche anderen Menschen geholfen, Süchte zu überwinden und dabei laut Hagen „auch viele erschütternde Momente miterlebt“. Sie sehe aber hinter die Maske und erkenne den Mitmenschen, der Hilfe brauche, bekräftigte der Propst. Darüber hinaus engagierte sich die Geehrte 18 Jahre lang als Kapellen- und Kirchenvorsteherin in Groß Liedern und Oldenstadt.

Auch Gabriel Siller, Geschäftsführer des Diakonieverbandes Nordostniedersachsen, richtete herzliche Dankesworte an Therese Machner. „Ihre ehrenamtliche Arbeit ist ein Wunder. Sie machen Menschen Mut und eröffnen viele Perspektiven“, schwärmte er. In ihrer Beratungsarbeit habe die Geehrte große Geduld und Gelassenheit bewiesen. Aber auch ihre „Treue, Verlässlichkeit und Bereitschaft, an Wunder zu glauben und viele Menschen zu begleiten“, verdiene Hochachtung, erklärte Siller.

Danach überreichte er gemeinsam mit dem Propst das Goldene Kronenkreuz, eine Urkunde des Diakonischen Werkes und einen Blumenstrauß an Therese Machner. Die Besucher spendeten dazu lauten Applaus – auch das eher ungewöhnliche Klänge in der Klosterkirche.

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