Von Woche zu Woche

Nur was sich verändert, bleibt!

„Was bleibt, ist die Veränderung; was sich verändert, bleibt.“ Es war der deutsche Zeithistoriker Michael Richter, der diese Weisheit formulierte. Ein Satz, der in diesen Tagen und Wochen des endlich aufkommenden Frühjahrs gut zur Entwicklung Uelzens passt. Auch in der Uhlenköperstadt gibt es Veränderungen.

Andreas Becker

Wer mit offenen Augen und wachem Verstand durch die Straßen und Gassen schlendert, nimmt diese Veränderungen auch wahr. Genauso wie den Stillstand, der ebenfalls zu sehen ist – dem Schuttberg am ehemaligen Katasteramt sei stellvertretend „gedankt“. Trotzdem: Es ist eine Phase des Umbruchs – und dies ist wörtlich zu nehmen. An der einen Ecke der Stadt wird mächtig abgerissen – aber nicht, um zu vernichten. Sondern um Platz zu schaffen für Neues. An einer anderen Stelle wird das Neue schon sichtbar, schafft neue Möglichkeiten, ja neue Perspektiven.

Umbrüche wirbeln Staub auf, verursachen Dreck – und vielleicht auch Unbehagen. Aber nur, wenn Tep & Tap dem Erdboden gleich gemacht wird, nur wenn der Uelzener Hof entkernt wird, nur wenn in die Kaufhalle investiert wird, nur wenn die Fußgängerzone aufgepeppt wird, nur wenn das Alte Rathaus sich für neue Nutzer öffnet, nur weil Wilgrü platt gemacht worden ist, nur dann kann sich etwas verändern – und Uelzen bleibt.

Doch reicht der Umbruch in Stein und Beton? Was ist mit den gedanklichen Veränderungen? Was ist mit der Veränderung des Bewusstseins? Wie heißt es so treffend in einem chinesischen Sprichwort: „Ein Grashalm wächst auch nicht schneller, wenn man daran zieht.“ Anders gesagt: Vielleicht geht es wirklich schneller, ganz mechanisch Stein auf Stein zu setzen, als alle Bürger der Stadt von den notwendigen Veränderungen zu überzeugen. Fakt ist: Die Stadt muss sich einem Wandlungsprozess unterziehen. Die benachbarte Konkurrenz schläft nicht. Geduld und Beharrlichkeit, aber auch Pfiffigkeit und Mut sind mehr denn je gefordert.

Wer dagegen glaubt, auf eingefahrenen Gleisen weiter zu rollen, wird früher oder später auf dem Abstellgleis landen – und abgehängt.

Rubriklistenbild: © Ph. Schulze

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