Angst vor der Afrikanischen Schweinepest: Übung geplant

Seuchenfall wird im Kreis Uelzen simuliert

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An die Jäger wurden bereits zur Beprobung von Fallwild Sets mit Tupferstäbchen herausgegeben. Mit der Untersuchung von aufgefundenem Schwarzwild soll sichergestellt werden, dass infizierte Tiere schnell entdeckt werden und nicht zu Überträgern werden.

Uelzen/Landkreis. Es werden zur Vorsicht nicht nur verstärkt Wildschweine geschossen. Jäger, Veterinäre sowie Sicherheits- und Ordnungsbehörden im Landkreis bereiten sich bereits auf das Schlimmste vor:

Auf einen tatsächlichen Ausbruch der Afrikanischen Schweinepest in der Region. Kreisjägermeister Heinrich Hellbrügge kündigt im AZ-Gespräch eine Übung für Ende August an, bei der ein Seuchenfall im Landkreis Uelzen simuliert werden soll.

Ob nun Jäger, Landwirte, Veterinäramt oder Polizei – bei einem Ausbruch müsse jeder seine Aufgabe kennen, um richtig reagieren zu können, sagt Hellbrügge. „Wir müssen vorbereitet sein.“

Die Seuche ist in Europa auf dem Vormarsch. Für Menschen ist sie ungefährlich. Schweine überleben bei einer Infektion aber nur wenige Tage. Ein Übergreifen auf Zuchtbetriebe wäre der wirtschaftliche Gau, immense Schäden drohen. Deshalb gilt es im Seuchenfall auch, schnell zu reagieren.

„In Polen hat es in diesem Jahr wieder viele neue Fälle gegeben“, so der Kreisjägermeister. In Tschechien habe man die Zahl der Fälle begrenzen können, die dort ergriffenen Maßnahmen böten sich auch für andere Länder an.

Für einen Seuchenfall bei Schwarzwild sei geplant, ähnlich wie bei der Geflügelpest, Risikozonen einzurichten. Im näheren Bereich um die Fundstelle werde es dann eine starke Bejagung geben, um eine weitere Verbreitung zu verhindern, schildert Hellbrügge.

Für infizierte Tiere sowie für Tiere, die infiziert sein könnten, baut der Landkreis zurzeit schon eine Wildsammelstelle und rüstet sie aus. Die Wildsammelstelle sei für den Seuchenfall zwingend erforderlich, um größere Mengen von Schwarzwildkadavern zentral beproben und entsorgen zu können, so Kreissprecher Martin Theine.

An die Jäger seien zudem bereits sogenannte Fallwildbeprobung-Sets mit Blutprobenröhrchen, Tupfer, Handschuhe und Plastiktüten herausgegeben worden. Bei tot aufgefundenen Tieren lassen sich so Proben zur Untersuchung ziehen.

Als präventive Maßnahme hat der Landkreis auch Tonnen für die Hegeringe angeschafft. Bei gemeinschaftlichen Jagden sind nach einem Aufbruch der erlegten die Tiere die Innereien in die Tonnen zu packen. Sie werden von der Tierkörperbeseitungsanlage in Rotenburg abgeholt. „Die Kosten für die Entsorgung hat grundsätzlich der Veranstalter zu tragen“, so Martin Theine. Laut Auskunft der Tierkörperbeseitigungsanstalt koste die Entsorgung pro Tonne rund 29 Euro. Die Tonnen kommen demnächst verstärkt zum Einsatz, mit der Ernte startet auch wieder die Saison der Jagden.

Von Norman Reuter

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