Sylvia Meier mit 96 Prozent zur Landtagskandidatin nominiert

SPD setzt auf Frauenpower

Applaus, Zustimmung und ein Blumenstrauß: Sylvia Meier (Zweite von li.) ist von der SPD-Wahlkreiskonferenz mit einem breiten Votum ausgestattet worden. Andrea Schröder Ehlers (li.), Klaus-Peter Dehde und Kirsten Lühmann sind die ersten Gratulanten. Foto: hu

Uelzen. Dass die SPD bei der Landtagswahl im Januar 2013 den hiesigen Wahlkreis nicht kampflos der CDU und deren Kandidaten Jörg Hillmer überlassen will, machten die Genossen bei ihrer Wahlkreiskonferenz am späten Sonnabendnachmittag in der Stadthalle Uelzen deutlich.

Nachdem die Delegierten ihre Landtagskandidatin Sylvia Meier mit fast 96 Prozent der Stimmen nominiert hatten, gab es nicht nur reichlich Applaus, sondern auch scharfe politische Attacken in Richtung Christ- und Freidemokraten.

„Wir brauchen ein Schiff, in dem jeder Mensch unserer Gesellschaft einen Platz bekommt – und nicht eine Landesregierung, die chaotisch wie das Bordorchester der Titanic aufspielt“, wetterte Meier in Richtung Ministerpräsident McAllister und seiner Mannschaft. Dazu gehöre auch der „Briefträger aus Suderburg, der ohne Kompass rudert“, spielte die Sozialdemokratin auf ihren Kontrahenten Hillmer an.

Während parallel zur Zusammenkunft der Wahlkreiskonferenz auf Deutschlands Fußball-Bundesliga-Plätzen die Entscheidungen fielen, liefen sich Meier und Co. erst so richtig warm. Neben der frisch gewählten Kandidatin gaben dabei zwei weitere Frauen Tempo und Ton an. Andrea Schröder-Ehlers, SPD-Landtagsabgeordnete aus dem benachbarten Kreis Lüneburg, arbeitete sich beispielsweise verbal an Bernd Althusmann ab: „Die Panik in der CDU ist so groß, dass der Kultusminister seinen Wahlkreis gleich neu hat schneiden lassen, damit er diesen auch ja direkt gewinnt.“

Zur Erinnerung: Aus Althusmanns bisherigem Wahlkreis ist nach einem Beschluss der CDU/FDP-geführten Landesregierung die Samtgemeinde Ilmenau herausgelöst und dem Wahlkreis Uelzen zugeschlagen worden. Im Gegenzug erhielt der neue Wahlkreis des Ministers ein Stück aus einem anderen Wahlkreis im Lüneburger Bereich.

Neben Meier und Schröder-Ehlers übte auch die SPD-Bundestagsabgeordnete Kirsten Lühmann massive Kritik an dem schwarz-gelben Bündnis in Hannover: „Ob Kinderbetreuung, Polizeidichte oder Wirtschaftskraft – in den meisten Politikfeldern ist Niedersachsen Schlusslicht unter den Bundesländern.“ Und: „Die Landesregierung kämpft in Berlin nicht für die Interessen der niedersächsischen Kommunen.“ Dies werde auch wieder klar, wenn es am 11. Mai im Bundesrat um die Solarförderung gehe. „Wenn die Truppe von McAllister dort den tiefen Einschnitten zustimmt, kostet das bei uns in der Region viele Arbeitsplätze.“

Damit der Wahlkreis Uelzen bei der Vertretung seiner politischen Interessen im Parlament in der Landeshauptstadt nicht den Anschluss verliert, votierten die heimischen Genossen zudem einstimmig für eine „gute und hohe Listenplatzabsicherung“ (Klaus-Peter Dehde, Vorsitzender des SPD-Unterbezirks Uelzen/Lüchow-Dannenberg) von Sylvia Meier. Ob sich der Unterbezirk mit diesem Beschluss auf SPD-Bezirksebene durchsetzt, werden die parteiinternen Diskussionen und Entscheidungen in den nächsten Wochen zeigen. Unabhängig davon schwor Dehde die Mitglieder in seinem Schlusswort ein: „Ab sofort ist Wahlkampf.“ Der schimmerte auch beim CDU-Bezirksparteitag durch. Bericht, Kommentar Seite 3

Von Andreas Becker

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