Neues Haus für eine sichere Zukunft

Seniorenheim mit 100 Plätzen nahe des Uelzener Stadtwaldes eingeweiht

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Ein Gedicht zur Einweihung: Stift-Bewohnerin Christiane Meine trägt es mit Elan vor. Geschäftsführer Thomas Bader (links im Bild oben rechts) und Bürgermeister Jürgen Markwardt berichten von der Entstehungsgeschichte des Hauses, bevor Heimleiterin Marion Retzlaff die offizielle Plakette entgegennimmt. 

Uelzen – Das erste Wort hat eine Bewohnerin: Christiane Meine (94 Jahre) trägt voller Elan ein Gedicht vor. Es handelt von ihrem Umzug „in das neue Zuhause“ – gestern wurde nahe des Uelzener Stadtwaldes das neue „Heiligen-Geist-Stift“ offiziell eingeweiht.

Bewohnt wird es seit wenigen Wochen. Der Bau dieses Seniorenheims an der Straße „Im Hülsen“ mit 100 Plätzen ist nur ein erster Schritt, den die Heiligen-Geist-Stiftung zusammen mit dem Uelzener Wichernhaus gegangen ist, um sich – wie Geschäftsführer Thomas Bader gestern ausführt – zukunftssicher aufzustellen.

Mehr als neun Millionen Euro wurden für das Projekt in die Hand genommen. Es ist Bürgermeister Jürgen Markwardt, der gestern noch einmal daran erinnert, dass das Millionen-Projekt alles andere als selbstverständlich war. Die Heiligen-Geist-Stiftung ist zwar seit inzwischen fast 700 Jahren ein Teil Uelzens und die 1,5 Jahre an Bauzeit sind gemessen daran nur ein Wimpernschlag, aber es gab eine Zeit, sie ist noch nicht lange her, da befand sich die Stiftung in schwerem Fahrwasser. „Es stand nicht gut um sie“, so Markwardt.

Dass er nun im Stift stehen könne, grenze an ein Wunder. Möglich gemacht haben es die Akteure. Sie sind in den zurückliegenden Jahren neue Wege gegangen. Das Wichernhaus, bei dem sich ebenfalls die Frage stellte, wie es weitergehen soll, und die Heiligen-Geist-Stiftung fanden zueinander. Die Dachstiftung Diakonie unterstützte die Pläne für ein neues Heim am Stadtwald finanziell, für das schließlich im Sommer 2017 der erste Spatenstich gesetzt wurde.

Mit der Einweihung wäre es jetzt eigentlich an der Zeit, um zur Ruhe zu kommen. Doch daran denkt Thomas Bader nicht. Das nächste Projekt steht bereits in den Startlöchern. Er berichtet von einem möglichen „Baubeginn im Sommer“.

Bezogen wurde das neue Heiligen-Geist-Stift von den Bewohnern des bisherigen Wichernhauses an der Niendorfer Straße. Es steht nun leer, wird nach den Worten Baders „zum Teil zurückgebaut und saniert“. In gut zwei Jahren sollen die Arbeiten abgeschlossen und dort ebenfalls dann ein modernes Seniorenheim mit 100 Plätzen entstanden sein. Der Schwerpunkt soll auf der Palliativpflege liegen.

Aber auch das ist noch nicht der Schlusspunkt in Sachen Zukunftssicherung. Das alte Heiligen-Geist-Stift an der Waldstraße soll, wie jüngst berichtet, abgetragen werden und dort Plätze für betreutes Wohnen und eine Tagespflege entstehen.

Gestern atmen die Akteure aber zunächst mal durch, stoßen im lichtdurchfluteten Begegnungsraum mit einem Glas Sekt an. Der gläserne Raum soll künftig nicht nur den Bewohnern zur Verfügung stehen. Ab dem Frühsommer ist auch ein Café-Betrieb für die Öffentlichkeit geplant. Bei Spaziergängen durch den Stadtwald ist ein Abstecher möglich. „Wir wollen Begegnungen schaffen“, sagt Geschäftsführer Bader.

VON NORMAN REUTER

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