Bauvorhaben schreitet zügig voran / Fünf Arrestzellen entstehen derzeit

Arbeiten am neuen Polizeikommissariat Uelzen: Selbst die Pritschen sind gemauert

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Architekt Heinz Joachim Martens (links) und Polier Harald Mittmann vor dem eingeschossigen Zellentrakt, der sich im hinteren, rechten Teil des neuen Kommissariats befindet.

Uelzen. Von der nackten Betondecke baumeln die Kabel, im Erdgeschoss sind die Vor- und Rückläufe für die Heizkörper auf dem Boden verlegt, auf dem Dach faucht der Brenner und es werden die Bitumenbahnen verklebt. Mittendrin Architekt Heinz Joachim Martens vom Uelzener Architekturbüro Fischer und Martens.

Gemütlich oder romantisch ist anders: Auch die Pritschen sind in den Zellen solide gemauert.

Das baut seit Juni vergangenen Jahres zusammen mit der Volksbank Uelzen-Salzwedel unterhalb der Zuckerfabrik ein neues Polizeikommissariat. 6,5 Millionen Euro investiert die Bank in den Bau, das Land Niedersachsen wird es für die Uelzener Ordnungshüter anmieten. Martens ist zufrieden. „Wir wollten im Januar den Rohbau dicht und zu haben“, sagt er. Von den über 100 Fenstern werden täglich zehn bis 15 Stück montiert, und die Dachabdichtung ist auch in vollem Gange, der Großteil der Fassade ist mit einem bläulich schimmernden Stein bereits geklinkert. „Das sieht edel aus“, sagt Heinz Jürgen Martens.

Im Februar rücken die Elektriker erneut an. Dann werden die Dosen gesetzt und die jetzt noch baumelnden Leitungen verschwinden. „Im März kommen dann die Trockenbauer und montieren die Leichtbauwände“, berichtet der Architekt. Die einzelnen Büros werden mit Rigipswänden abgetrennt, damit bei eventuellen Neuzuschneidungen von Büros nicht gleich große Abbrucharbeiten vorgenommen werden müssen.

Keinesfalls in Leichtbauweise wird im Zellentrakt gearbeitet. Dort stehen dicke Mauern zwischen den Zellen und der Außenwelt. Selbst die Pritsche ist gemauert. Fünf Zellen entstehen im hinteren, rechten Teil des Gebäudes. Dort können die Polizeibeamten direkt mit dem Streifenwagen vorfahren und gelangen durch eine Tür direkt in die Arrestabteilung. „Auch von der Wache ist der Zellentrakt ohne Umwege zu erreichen“, erklärt Martens.

Wer später das fertige das Uelzener Polizei Kommissariat von der Straße „An der Zuckerfabrik“ betritt, wird im Eingangsbereich vor einer großen Scheibe stehen. Dahinter befindet sich die großzügig dimensionierte Wache.

Auf 2300 Quadratmetern, verteilt auf drei Etagen, werden die Beamten ab Herbst arbeiten. An einen Aufzug ist auch gedacht worden. In der Mitte des Komplexes hat das Architekturbüro ein Atrium angelegt. Auf dem Dach wird die Lüftung für die sanitären Anlagen und die Besprechungsräume installiert. „Für warmes Wasser sorgt in sonnigen Tagen eine Solaranlage“, berichtet Martens.

Von Jens Schopp

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