Ehrenamtliche predigen morgen in 18 Gemeinden

Der Segen der Lektoren

Pastor Reinhard Klingbeil betreut im Uelzener Kirchenkreis die Prädikanten und Lektoren. Zwei von ihnen sind Susanne Doern und Dorothea Harms (von links). Foto: Ph. Schulze

Uelzen. 34 Lektoren und elf Prädikanten leiten im Kirchenkreis Uelzen ehrenamtlich Gottesdienste. Am morgigen sogenannten Lektoren-Sonntag werden in 18 Gemeinden im Kirchenkreis Ehrenamtliche predigen und den Segen sprechen.

Gerade in Zeiten höheren Spardrucks wird die freiwillige Arbeit immer notwendiger. Das sagt Pastor Reinhard Klingbeil, der im Uelzener Kirchenkreis für die Lektoren-Gruppe zuständig ist. Dennoch möchte er die Ehrenamtlichen nicht als „Lückenbüßer“ verstehen.

Lektoren und Prädikanten würden mit ihrer oft eher „lebenspraktischen“ Gestaltung von Gottesdiensten die Gemeindemitglieder auf einer anderen Ebene erreichen als Theologen. „Wenn man Kirche aufrecht erhalten will, muss es partnerschaftlich zwischen Pastoren und Lektoren zugehen.“ Die Arbeit von Lektoren und Prädikanten werde immer notwendiger und zugleich zunehmend schwerer, erläutert Klingbeil. „Es ist ein Ehrenamt, das anspruchsvoll ist und mit großer Verlässlichkeit gemacht wird.“

Das zeigt die intensive Ausbildung für dieses Ehrenamt, schildert Susanne Doern. Sie ist seit 2007 als Lektorin aktiv, vor drei Jahren begann sie zusätzlich mit der Ausbildung zur Prädikantin, die auf dem Lektoren-Amt aufbaut. Innerhalb von zwei Jahren erhielt sie dafür neben ihrer hauptberuflichen Arbeit eine theologische Grundausbildung. Ein halbes Jahr wurde sie von einer Mentorin begleitet, und zum Abschluss der Ausbildung gehört auch eine Prüfung. Morgen wird Doern um 10 Uhr im Gemeindehaus in St. Johannis den Gottesdienst halten.

In dieser Kirchengemeinde war die Zahl der Pfarrstellen im Laufe der Jahre von dreien auf eine heruntergekürzt worden. Als die zweite Pastorin in St. Johannis ging, war Doern bereits Mitglied im Kirchenvorstand und wurde gefragt, ob sie Interesse am Lektoren-Amt habe. „Nach den ersten fünf Tagen Ausbildung habe ich eine Woche gebraucht, um zu Hause anzukommen“, berichtet sie. Wenn sie aus ihrem Umfeld gefragt werde, wie sie „das eigentlich packt“, dann stellt sie klar: „In der Kirche kann ich nur ich sein.“ Das helfe ihr auch selbst in bestimmten Situationen weiter. Und: „Man muss Gottesdienste schon gern haben.“

Ähnlich geht es Dorothea Harms, die in der Gemeinde Lemke/Wieren als Lektorin predigt. Sie hat morgen um 10.30 Uhr ihren zweiten selbst gestalteten Gottesdienst vor sich und wird dann über das Thema „Liebe“ sprechen. Besonders wichtig ist ihr dabei, auch am Anfang des Gottesdienstes die Kinder in einem Bewegungslied mit einzubeziehen, und in einem Anspiel auch junge Erwachsene zu Wort kommen zu lassen.

Wie auch ihre ehrenamtlichen Kollegen verwendet Harms Lese-Predigten zur Vorbereitung. Von den Vorlagen sei anschließend aber nicht mehr viel übrig, ihre Predigt erhalte einen persönlichen Schliff, betont sie. „Ich mache das, weil ich denke, dass Gott vielleicht durch mich auf die anderen Menschen wirkt“, erklärt sie ihre Motivation. Gottesdienste seien für sie besonders wichtig – einen selbst gestalten zu können, „ist jetzt die Krönung“.

Von Diane Baatani

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