Das Baden in Gewässern birgt Risiken / Was zu beachten ist

Seen in der Region haben ihre Tücken

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Der Oldenstädter See wird von Badefreudigen und Sonnenanbetern in diesen Tagen angesteuert. Wenngleich er in vielen Bereichen recht flach ist, so hat er auch tiefe Stellen. Es ist Vorsicht geboten, heißt es von der DLRG.

Uelzen/Landkreis – Die Menschen suchen in diesen Tagen die Abkühlung. Sie planschen und schwimmen in Gewässern wie dem Oldenstädter See, den Hardausee oder den Kiessee bei Rosche. Auch in Flüssen und im Elbe-Seitenkanal sind Menschen zu entdecken.

Das Baden in Fließgewässern und Seen ist aber nicht ohne Risiko. Clemens Meyer, Vorsitzender der Roscher Ortsgruppe der Deutschen Lebensrettungsgesellschaft, kurz DLRG, berichtet im Gespräch mit der AZ von fast täglichen Meldungen zu Badeunfällen. „Darunter auch leider tödliche“, so Meyer.

Bei Hildesheim ist es gerade erst zu einem Unglück gekommen. Ein 70-Jähriger sprang in einen Kiessee, weil er glaubte, dass sich sein geistig-behinderter Sohn in Not befindet. Der Vater stirbt, der Sohn wird wenig später unversehrt am See entdeckt. Im vergangenen Juli starb ein 19-Jähriger beim Baden im Oldenstädter See (AZ berichtete). Reiner Seidel, Ortsbrandmeister der Uelzener Feuerwehr, die seinerzeit den jungen Mann im Gewässer suchte, erinnert daran, dass der Oldenstädter See, wenngleich er an vielen Stellen flach ist, auch Tiefen von drei Metern und mehr hat. Der Leichnam des 19-Jährigen wurde an einer solchen tiefen Stelle entdeckt.

Und nach den Worten von Clemens Meyer sind gerade unterschiedliche Tiefen eine Gefahr, weil verschiedene Wassertemperaturen herrschen. Hat die Sonne Wasser an den flachen Stellen aufgeheizt, so ist das Wasser in tiefen Bereichen kälter. „Das ist dann für den Kreislauf schwierig“, so Meyer.

Der Roscher Rettungsschwimmer rät mit Blick auf den Kreislauf dazu, nicht in Gewässer zu springen, sondern langsam in das Wasser zu gehen. „Der Oberkörper und die Arme sollten befeuchtet werden“, sagt Meyer.

Lauschige Abende am See in gemütlicher Runde mit alkoholischen Getränken – dagegen mag nichts sprechen. Aber der Rettungsschwimmer sagt deutlich: Wer alkoholisiert sei, sollte nicht ins Wasser gehen. Durch den Alkoholkonsum seien die Menschen leichtsinniger, würden sich womöglich überschätzen, was ihre Kräfte betrifft. Gleichzeitig gebe es eine verminderte Wahrnehmung – „ein großer Teil der Opfer von Badeunglücken sind Männer im Alter von 16 bis 26 Jahren“, sagt Meyer.

Als „lebensgefährlich“ bezeichnet er auch das Schwimmen im Elbe-Seitenkanal. Wer in den Kanal steige, glaube womöglich, es handele sich um ein stehendes Gewässer. „Aber es gibt gewaltige Strömungen“ – bedingt durch Schleusenanlagen und dem Schiffsverkehr. In Fließgewässer wie der Elbe oder Ilmenau sollte nur steigen, wer ein geübter Schwimmer ist – für Nicht-Schwimmer oder nicht-geübte Schwimmer kann das Baden „gefährlich“ sein.

Die DLRG-Kräfte üben die Rettung von Menschen, auch die Uelzener Feuerwehr bildet die Kameraden fort, wie Reiner Seidel berichtet. Das Badue werde dazu genutzt und in diesem Frühjahr habe es auch noch einmal eine Fortbildung im Oldenstädter See gegeben, wobei die Kräfte hoffen, dass es bei Übungen bleibt.

VON NORMAN REUTER

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