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Stadt will 2023 Gutachten zur Vertiefung der Badestellen in Auftrag geben

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Von: Lars Lohmann

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Der Pegel im Oldenstädter See ist weiter gesunken, innerhalb von 14 Monaten um 65 Zentimeter. Die Stadt will jetzt Gutachten in Auftrag geben, um vielleicht die Badestellen ausbaggern zu können. © Becker, Lars

 Der Pegel des grundwasser-gespeisten Oldenstädter Sees ist in den letzten 14 Monaten um rund 65 Zentimeter gesunken. Das liegt vor allem an fehlenden Niederschlägen. Stadt und Kreis sind alarmiert.

Uelzen-Oldenstadt – Die Dürrejahre haben eindeutige Spuren am Oldenstädter See hinterlassen: Die Insel mitten im See wird immer umfangreicher sichtbar. Und auch der Blick auf die Pegelstände bestätigt den Eindruck, den momentan viele Menschen beim Besuch des Naherholungsgebietes haben: Der Oldenstädter See führt immer weniger Wasser. Zwischen Oktober 2021 und Juli 2022 ist der Pegel um 40 Zentimeter zurückgegangen – im Vergleich zum April des Vorjahres sogar um satte 65 Zentimeter.

„Die trockenen Jahre gehen vor allem an den aus Grundwasser gespeisten Stillgewässern wie dem Oldenstädter See nicht spurlos vorbei“, erklärt Kreissprecher Martin Theine auf AZ-Nachfrage. Das gleiche lasse sich auch an anderen aus Grundwasser gespeisten Gewässern im Landkreis beobachten. Grundsätzlich sei die Untere Wasserschutzbehörde bereit, einer Vertiefung der Badestellen im Oldenstädter See zuzustimmen. Aus Gründen des Natur- und Gewässerschutzes sei dies aber nicht an anderen Stellen möglich. Bisher habe es keinen entsprechenden Plan von der Hansestadt Uelzen gegeben.

Das könnte sich nach Auskunft von Stadtsprecherin Sandy Naake aber ändern. Denn die Verwaltung der Hansestadt Uelzen plant demnach, 2023 für ein benötigtes Gutachten Geld in den Haushalt einzustellen. „Um solch eine Maßnahme durchzuführen, sind weiterführende Untersuchungen notwendig“, erklärt Naake. So müssten, um eine Vertiefung des Gewässers überhaupt in Angriff nehmen zu können, noch wasser- und naturschutzrechtliche Belange untersucht und beleuchtet werden. „Überhaupt käme eine mögliche Vertiefung nur in Teilbereichen des Sees infrage“, sagt auch die Stadtsprecherin. Außerdem müsse bei allen Überlegungen, die beiden Badestellen im See zu vertiefen, die Entwicklung des Grundwasserstandes vor dem Hintergrund des fortschreitenden Klimawandels berücksichtigt werden.

Wenn dieses Gutachten dann vorliege, würde man mit der Unteren Wasserschutzbehörde des Landkreises den steten Austausch suchen. Erst dann könne entschieden werden, ob eine Ausbaggerung überhaupt möglich und auch wirklich sinnvoll ist.

Klar ist aber auch: Die Hansestadt Uelzen will den Oldenstädter See als Naherholungsgebiet erhalten. „Es ist ein wichtiges Thema für die Stadt“, sagt Naake. In den vergangenen Monaten hat die Stadt im Bereich des Oldenstädter Sees investiert. In unmittelbarer Nähe ist die Dirt-Bike-Anlage eröffnet worden. Der Kiosk am Oldenstädter See hat mit Matthias Neumann seit Mitta Mai einen neuen Pächter. Die Hansestadt sanierte das Dach und die Toiletten, Neumann führte Schönheitsreparaturen durch, brachte die Inneneinrichtung mit und gestaltete den Außenbereich des Kiosks neu.

Zuvor waren bereits die Wege erneuert, Sitz- und Liegemobiliar sowie neue Abfallbehälter aufgestellt worden, um das Naherholungsgebiet Oldenstädter See weiter aufzuwerten. Der Weg vom Kiosk zum Rauchhaus soll in diesem Jahr noch neu angelegt, der Grillplatz zum Kiosk verlegt und am Badestrand ein Matschspielplatz geschaffen werden. Am Parkplatz entstehen zudem fünf Wohnmobil-Stellplätze.

„Mit dem Oldenstädter See und seiner Natur haben wir ein kleines Paradies vor der Tür“, hatten Bürgermeister Jürgen Markwardt Stadtbaurat Dr. Andreas Stefansky betont. Diesem Paradies geht jetzt aber das Wasser aus...

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