Polizei lässt mehrere Cannabis-Plantagen auffliegen / Haftbefehl gegen 53-jährige Frau

Sechs Häuser voll Marihuana

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Uelzen/Bad Bodenteich/Schweimke. Ein Schlag gegen die illegale Herstellung und den gewerbsmäßigen Handel von Marihuana ist der Polizei Uelzen und der Staatsanwaltschaft Lüneburg gelungen:

Intensive Ermittlungen hatten die Drogen-Experten des Uelzener Kriminalermittlungsdienstes Ende vergangener Woche zu einer Indoor-Plantage eines älteren Ehepaares geführt, die sie jetzt auffliegen ließen.

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„Nachdem eine 53-Jährige sowie ihr 60-jähriger Mann in den Fokus unserer Ermittler gelangten, konnten Spezialkräfte der Polizei das Pärchen bei einem Drogenverkauf in einer Wohnung in Bad Bodenteich auf frischer Tat zusammen mit den Abnehmern festnehmen“, berichtet der Leiter des Kriminalermittlungsdienstes Uelzen, Jan-Olaf Albrecht. Mehr als 30 Einsatzkräfte durchsuchten – mit Unterstützung von Spezialhunden – drei Wohngebäude des Ehepaares in Schweimke (Landkreis Gifhorn), Clenze und Proitze (Landkreis Lüchow-Dannenberg).

In dem Wohnhaus in Schweimke, dem Hauptwohnsitz des Paares, stellten die Beamten eine Indoor-Plantage mit mehr als 80 Pflanzen samt dazugehöriger Ausrüstung sicher. In weiteren Wohngebäuden wurden schon vorinstallierte Gerätschaften für weitere Anlagen gefunden, außerdem Bargeld in Höhe von mehr als 25 000 Euro. Neben dem Equipment stellte die Polizei auch das Auto des Paares sicher.

„Seit mehreren Jahren“, so die Einschätzung von Polizei-Sprecher Kai Richter, „hat das Paar wohl sein Einkommen auf diese Weise erwirtschaftet. In den vergangen Jahren ist dabei sicher ein Betrag im hohen fünfstelligen Bereich zusammengekommen.“

Auf Antrag der Staatsanwaltschaft Lüneburg erließ das Amtsgericht gegen die 53-jährige Frau Haftbefehl; ihr Mann blieb aus Gründen der Haftfähigkeit auf freiem Fuß. Die weiteren Ermittlungen dauern an.

Ein weiterer Schlag gegen die illegale Herstellung von Marihuana gelang Polizei und Staatsanwaltschaft Lüneburg außerdem noch vorgestern. Ermittler des Bereichs Drogenkriminalität des Lüneburger Zentralen Kriminaldienstes vollstreckten insgesamt zehn Durchsuchungsbeschlüsse. Dabei durchsuchten mehr als 100 Beamte der hiesigen Polizei zusammen mit Einsatzkräften der Bereitschaftspolizei, des Landeskriminalamtes und Diensthundführern mit Spezialhunden zehn Wohnobjekte und Gebäudekomplexe in Ebstorf sowie Lüneburg, Rullstorf, Bleckede, Vastorf (Landkreis Lüneburg) und Dömitz (Mecklenburg-Vorpommern).

Fünf Indoor-Plantagen wurden hierbei ausgehoben und mehr als zwei Kilogramm Marihuana sowie mehrere hundert Cannabis-Pflanzen sichergestellt. Darüber hinaus beschlagnahmten die Beamten Ausrüstung und umfangreiches Beweismaterial wie zum Beispiel Computer, Mobiltelefone und schriftliche Unterlagen.

Die Drogenfahnder waren den insgesamt sieben Beschuldigten im Alter von 41 bis 60 Jahren nach intensiven Ermittlungen auf die Spur gekommen. Nach derzeitigen Erkenntnissen betrieben die Personen ihre professionellen Plantagen unabhängig voneinander – Verbindungen gab es wohl aber im logistischen Bereich, vermutet die Polizei. Die Ermittler nahmen die Beschuldigten vorläufig fest. Wegen fehlender Haftgründe wurden die Betroffenen aber nach ihren Vernehmungen wieder entlassen. Die weiteren Ermittlungen dauern an.

Von Ines Bräutigam

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