Sportjongleure zeigen ihr Können: Abendfüllendes Programm im Theater

Schwung und Schwarzlicht

Vor den Artisten ist nichts sicher: Sogar Nudelhölzer flogen.

Uelzen. Die Vorstellung der Sportjongleure unter dem Titel „The World of Juggling“ im Theater an der Ilmenau ist „eine Sensation“. Nicht nur für die Zuschauer, sondern auch für die rund 30 Akrobaten der Dreilinger Sportjongleure, die sich dieser Kunst verschrieben haben.

Rund 30 Auftritte hat die Truppe in wechselnder Besetzung in diesem Jahr schon hinter sich gebracht. Aber der Auftritt auf der großen Bühne eines Theaters als abendfüllendes Programm ist für die Publikum gewohnte Schar etwas ganz Besonderes.

„Jeder einzelne wächst an seinem Applaus“, begrüßte Wilhelm Johannes, der den Verein einst ins Leben rief und an diesem Abend die Vorstellung moderierte. Bei der Gala ging es nicht mehr nur um das sportliche Geschick der Akteure jeder Altersgruppe. Jonglieren, Balancieren, Einradfahren, so zeigten die Sportler auf beeindruckende Weise, ist ihnen schon in Fleisch und Blut übergegangen. Kunstvoll verpackten sie daher jede ihrer Darbietungen des kontrastreichen Programms an diesem Abend in kleine Szenen und Geschichten, die mit schauspielerischer Gestik und Mimik, aber auch umfangreichen Choreografien, jeden Programmpunkt zu einem eigenen Erlebnis ausgestalteten. Zu dezent ausgewählter und passender Musik präsentierten sie den „Tanz der Giraffen“, „Hannah im Wunderland“, „Weltreise“, „Rebellion der Einradfahrer“ und „Mambo No. 5“. Ein harmonisch aufeinander abgestimmtes Miteinander präsentierte sich den Zuschauern und es wird deutlich, wie jeder der Mitwirkenden, gleich welchen Alters, irgendwann einmal im „Kampf gegen sich selbst“ jede einzelne Bewegung, jede Übung eisern einstudierte. Eine Kunst, bei der man, wenn mal etwas nicht auf Anhieb klappt, keinem anderen die Schuld geben kann.

„Üben, üben, üben“, sagte Wilhelm Johannes, sei das Geheimnis des Jonglierens. „Eine Leistung, die jeder erst mal nur für sich selbst erbringt und nicht etwa, weil irgendein Trainer vorgibt, dass es so und nicht anders gemacht werden muss“, so der Moderator weiter. Da müsse man auch mal hinfallen, das gehöre zum Erwachsen werden dazu, meinte Wilhelm Johannes. „Das Aufstehen gibt den Kindern das gute Gefühl, dass eine Niederlage schnell vergessen ist, wenn es hinterher weitergeht.“ Und so fliegen die Bean Bags, wie die professionellen Jonglierbälle genannt werden, aber auch Spielbälle, Kegel, Leuchtkugeln und sogar Nudelhölzer, Staubtücher, Besen, Flaschenbürsten oder Pümpel – sonst nur als Saugglocke zum Rohre entleeren verwendet – stundenlang mit einer ungeheuren Geschwindigkeit durch die Luft. „Als ich den Trick erst mal heraus hatte, war kein Gegenstand mehr vor mir sicher“, erinnerte sich Eva Claassen, die bei den Dreilinger Sportjongleuren schon seit Jahren zum festen Kern zählt, an ihre Anfänge.

Den Höhepunkt erreichte die Schau beim vorletzten Programmpunkt mit dem „Zirkus Fantasia – eine Schwarzlichtshow“, die für alle Anwesenden eine echte Augenweide bot.

Von Angelika Jansen

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare