Nach der Pandemie-Pause

Schwimmkurse für Kinder laufen im Uelzener Badue auf Hochtouren

Dr. Florian Ebeling (links). Heiko Förstel von der Schwimmschule Uelzen und Maskottchens „Platschi“.
+
Kinder fühlen sich im Wasser unsicher oder können nicht schwimmen. „Das Problem hat sich in der Pandemie verschärft“, sagt Dr. Florian Ebeling (links). Heiko Förstel von der Schwimmschule Uelzen ist jetzt im Badue als Kooperationspartner mit an Bord, wenn es um den Schwimmunterricht geht – samt des Maskottchens „Platschi“.
  • Norman Reuter
    VonNorman Reuter
    schließen

Mädchen und Jungen so früh wie möglich das Schwimmen beizubringen: Das haben sich Stadt und Landkreis in Kooperationen mit Schwimmschulen, Vereinen unad Kreissportbund, aber auch mit den Stadtwerken fest vorgenommen. Im Badue Uelzen laufen die Kurse jetzt auf Hochtouren.

Uelzen – Der Eine kennt keine Berührungsängste. Der Andere fürchtet das Wasser. „Die Kinder sind verschieden“, sagt Schwimmlehrer Heiko Förstel. Wenn er mit einem Unterricht beginnt, geht‘s zuerst Stufe für Stufe ins Nicht-Schwimmer-Becken. „Es die größte Hürde zu Beginn, alle Kinder ins Wasser zu bekommen“, berichtet Förstel. Über Monate hinweg war daran gar nicht zu denken, was aber der Corona-Pandemie und nicht den Ängsten von Kindern geschuldet war.

Sieben Monate hatte das Badue aus Infektionsschutzgründen geschlossen. In dieser Zeit hat auch kein Schwimmunterricht stattfinden können. Wer nicht schwimmen kann oder sich unsicher im Wasser fühlt, bei dem besteht das Risiko zu ertrinken. Dr. Florian Ebeling, in der Uelzener Verwaltung unter anderem Dezernent für die Bereiche Bildung und Sport zuständig, sagt: „Mit den Schließzeiten der Bäder in der Pandemie hat sich dieses Problem verschärft.“

Von 24 Drittklässlern konnten 16 nicht schwimmen

Ende Mai ist im Badue ein Aufholprogramm gestartet. Die Grundschulen in der Stadt hatten dazu auch ihre Bedarfe angemeldet. Es wird in kompakten Kursen Schwimmen gelernt. Heiko Förstel ist als Kooperationspartner mit an Bord und kann berichten, was es im Extremfall bedeutet, wenn kein Unterricht stattfinden kann. „Wir hatten eine dritte Klasse hier. Von 24 Schülern konnten 16 nicht schwimmen.“

In den gut zwei Monaten, die jetzt im Badue in Intensivkursen unterrichtet wird, haben etwa 200 Jungen und Mädchen das Schwimmen gelernt. Am Ziel ist man in Uelzen aber noch nicht. Von weiteren gut 200 Kindern in Uelzen gehen zurzeit Stadt und Badue-Team aus, die im Alter sind, das Schwimmen zu beherrschen, aber es bisher noch nicht können.

Stadtwerke wollen möglichst allen Anfängerkurs anbieten

Wer für sein Kind noch Unterricht benötigt, der kann sich über die Homepage des Badue anmelden. „Bis zum Jahresende wollen wir möglichst allen einen Anfängerkurs angeboten haben“, sagt Stadtwerke-Sprecherin Franziska Albrecht. In diesem Jahr sind diese Kurse sogar kostenlos. Die Stadt erhielt dafür unter anderem eine Zuwendung der Franziska-van-Almsick-Stiftung.

Mit den Sommerferien sind nun auch noch zwei Schwimmkurse gestartet, die vom Kreissportbund (KSB) organisiert wurden. Gestern fand der erste Unterricht statt – erst mit 17 und dann mit weiteren 20 Kindern. Inzwischen gebe es auch noch eine Warteliste, heißt es gestern vom KSB. Der Kreis hatte für dieses Angebot Geld bereit gestellt (AZ berichtete).

Vor einem Kurs mit dem Wasser vertraut machen

Der ideale Zeitpunkt, um schwimmen zu lernen, ist abfünf Jahren. „Das ist die goldene Zeit des Lernens“, sagt Alina Hermstrüwer, stellvertretende Leiterin des Badue. Die Kinder seien sehr aufnahmefähig und gleichzeitig auch so weit, sich selbst eine Hose anzuziehen oder auf Toilette zu gehen, verdeutlicht Heiko Förstel.

Vor einem Kurs könnten Eltern ihre Kinder bereits mit dem Wasser vertraut machen, in der Badewanne beispielsweise. In etwa zwölf bis 15 Unterrichtsstunden könnte Mädchen und Jungen das Schwimmen beigebracht werden. Wichtig sei – das sagt er auch mit Blick auf die Zeit nach den Kursen – am Ball zu bleiben: „Schwimmen muss trainiert werden.“

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare